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Altersgerechtes Wohnen

Altersgerechtes Wohnen, auch als barrierefreies Wohnen geläufig, hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Menschen möchten im Alter nicht aus ihrer vertrauten Umgebung noch einmal umziehen, nur weil der Badewannenrand zu hoch ist. Aus diesem Sachverhalt heraus hat sich innerhalb der Bauwirtschaft ein eigener Zweig entwickelt. Die beratenden und ausführenden Unternehmen zeigen Möglichkeiten auf, wie das aktuelle Zuhause auch im Alter ohne Einschränkungen genutzt werden kann. Vor dem Hintergrund, dass diese Umbaumaßnahmen Geld kosten, ist es umso wichtiger zu erfahren, ob und wenn ja, welche staatliche Förderung es gibt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Immobilieneigentümer im Vorteil
  3. Möglichkeiten des altersgerechten Wohnens
  4. Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet staatliche Förderung
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Baufinanzierung

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentümer können über die Kreditanstalt für Wiederaufbau Darlehen für den Umbau der Immobilie für altersgerechtes Wohnen erhalten.
  • Dies gilt auch für Mietwohnungen.
  • Alternativ zu einem zinsgünstigen Darlehen sind auch Zuschüsse möglich.
  • Ebenfalls unter die Förderung fallen Maßnahmen, die dem Einbruchsschutz dienen.

Immobilieneigentümer im Vorteil

Für Immobilieneigentümer gilt, dass sie gegenüber Mietern einen deutlichen Vorteil haben. Sie können, im Rahmen der gesetzlichen baulichen Vorgaben, ihr Zuhause so verändern, wie es ihnen gefällt. Mieter müssen dagegen ein Einvernehmen mit dem Vermieter finden.

Welche Möglichkeiten des altersgerechten Wohnens gibt es?

In welcher Weise Umbauten vorgenommen werden, hängt natürlich von den individuellen Bedürfnissen und der Immobilie selbst ab. Eine Dusche ohne Duschwanne mit nach innen laufendem Boden ist eine Option. Die Verbreiterung der Türen, damit auch ein Rollstuhl bequem durchpasst, bietet sich ebenfalls als Verbesserung an. Rampen am Hauszugang oder Treppenlifte ermöglichen ebenfalls eine an die jeweilige Situation angepasste Optimierung der Wohnung. Aber all das kostet am Ende Geld.

Kreditanstalt für Wiederaufbau bietet staatliche Förderung

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, hat sich dem Thema „altersgerechtes Wohnen“ angenommen und ein besonderes Förderprogramm dafür aufgelegt. Zu den geförderten Umbaumaßnahmen zählen

  • Wege zum Gebäude: Hauseingang, Garagen und Stellplätze, Entsorgungseinrichtungen
  • Eingangsbereich: stufen- und schwellenlos, genügend Bewegungsfreiheit, Wetterschutz
  • Überwindung von Treppen und Stufen: bruchlose Handläufe, rutschfester Bodenbelag
  • Anpassung der Raumgeometrie: Umbau von Küche, Wohnbereich, Schlafbereich, Flur
  • Umbau Bad: Bewegliche Waschbecken, Badewanne mit niedrigem Einstieg, Toilette in optimaler Sitzhöhe, bodengleiche Dusche
  • Gemeinschaftsräume in Mehrfamilienhäusern
  • Wohnumfeld: Sitzgelegenheiten auf dem Grundstück

Die Förderung des altersgerechten Wohnens umfasst auch die Verbesserung von Einbruchschutz und wird über das gleiche Programm abgedeckt.

Die Programme im Detail

Das Programm 159, altersgerechtes Wohnen, basiert auf einem Darlehen bis zu einer Höhe von 50.000 Euro. Es kann für alle oben genannten Maßnahmen verwendet werden, unabhängig vom Alter des Antragstellers. Die KfW hat inzwischen einen Standard „altersgerechtes Haus“ geschaffen, der umreißt, was ein solches Objekt ausmacht.

Die Zugänge und die Räumlichkeiten müssen barrierefrei sein. Dazu muss das Haus Bedienelemente aufweisen, welche die Nutzung von Gegenständen im Haus erleichtern.

Alternativ zum Programm 159 steht das Programm 455 B bereit. Mit diesem Programm erhält der Antragsteller einen Zuschuss in Höhe von bis zu 6.250 Euro. Dabei unterscheidet die KfW allerdings zwei Stufen.

Für Umbaumaßnahmen, die Erleichterungen bieten, erhält der Antragsteller 10 Prozent der Kosten, maximal 5.000 Euro. Soll mit der Baumaßnahme der Standard „Altersgerechtes Haus“ erreicht werden, steigt die Förderung auf 12,5 Prozent, maximal 6.250 Euro.

Beide Programme, 159 und 455 B, können noch um die Verbesserung des Einbruchschutzes, Programm 455 E, erweitert werden. Im Rahmen dieser Fördermaßnahme erhält der Antragsteller bis zu 1.600 Euro Zuschuss für Baumaßnahmen, welche dem Einbruchschutz dienen. Dazu zählen

  • Einbruchhemmende Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren
  • Einbruchhemmende Garagentore und -zugänge
  • Nachrüstsysteme für Haus-, Wohnungs- und Nebeneingangstüren, beispielsweise Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel, Kastenriegelschlösser
  • Nachrüstsysteme für Fenster und Fenstertüren sowie einbruchhemmende Gitter, Klapp- und Rollläden und Lichtschachtabdeckungen
  • Einbruch- und Überfallmeldeanlagen
  • Gefahrenwarnanlagen sowie Sicherheitstechnik in Smarthome Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion

Es gilt allerdings auch, dass Alarmanlagen mit Infraschall nicht unter die Förderung fallen.

Es ist nicht verwunderlich, dass viele Antragsteller, welche die Förderung für altersgerechtes Wohnen nutzen, auch auf die Zuschüsse für einbruchhemmende Umbauten zurückgreifen. Mit dem Alter wächst das Sicherheitsbedürfnis.

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