Wohnwünsche: Die meisten wollen ein Einfamilienhaus im Umland

24.03.2021 | 10:16

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Das Einfamilienhaus war zuletzt in die Kritik geraten, ist für viele Menschen aber noch immer die beliebteste Wohnform überhaupt. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der der deutschen Wirtschaft (IW). Die meisten Menschen würden demnach am liebsten in Einfamilienhäusern am Rande der Stadt wohnen. Dafür nähmen sie auch etwas längere Fahrzeiten ins Zentrum in Kauf.

Einfamilienhaus in Stadtnähe am beliebtesten

Für welche Wohnform sich Eigenheimerwerber entscheiden, hängt von vielen Faktoren ab. Im Zuge der Coronakrise ziehen immer mehr Menschen aus den Städten ins Umland. Eine neue IW-Studie im Auftrag der Deutschen Reihenhaus AG verrät jetzt mehr über ihre Motive. Demnach ist die Wohnform den meisten Menschen besonders wichtig. Sie wollen am liebsten in Einfamilienhäusern wohnen, auch weil sie an ihnen eine Garage und einen Garten schätzen. Große Mehrfamilienhäuser sind laut der Untersuchung besonders unbeliebt.

Eine schnelle Anbindung ans Zentrum wollen zwar alle, doch die Befragung unter 1.000 Bürgern zeigt, dass erst ab einer Fahrtzeit von mehr als 40 Minuten ins Zentrum eine Wohnoption negativ bewertet wird. Viele Stadtbewohner könnten sich also vorstellen, ins Umland zu ziehen, wenn sie dort gut angebunden in einem Einfamilienhaus leben können.

Baufinanzierung: Was das Traumhaus kosten darf

Eine schöne Immobilie muss man sich auch leisten können. Viele Verbraucher würden bei der Immobilienfinanzierung auch größere Belastungen in Kauf nehmen, um sich den eigenen Wohntraum zu erfüllen. „Anders als oft angenommen sind die meisten Befragten bereit, 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen auszugeben“, berichten die Studienmacher. Natürlich bevorzugten die Befragten es aber, weniger zu zahlen.

Gute Raumaufteilung wichtiger als schiere Größe

Wie große die Traumimmobilie sein soll, hängt natürlich vor allem von der Haushaltsgröße ab. Insgesamt am beliebtesten waren in der Befragung 90 bis 120 Quadratmeter und bei kleineren Haushalten 50 bis 75 Quadratmeter. Wichtiger als die Größe sei vielen Befragten, dass die Wohnfläche mehr Räume bietet. „Dies bedeutet, dass Projektentwickler gefordert sind, nicht immer größere Wohnungen zu bauen, sondern die Wohnfläche besser nutzbar zu machen“, sagt IW-Immobilienexperte Michael Voigtländer.

„Diskussionen um Verbot helfen nicht weiter“

Die Untersuchung zeige außerdem, dass es möglich wäre, die Wohnungsnachfrage gleichmäßiger zu verteilen. „Der kontinuierliche Zuzug in die Großstadt ist kein Naturgesetz“, sagt Voigtländer. Vielmehr müsse abseits der Metropolen ein Angebot entstehen, das die Wohnwünsche der Menschen berücksichtigt. „Diskussionen wie jüngst um ein Verbot von Einfamilienhäusern helfen angesichts der klaren Wohnpräferenzen in der Bevölkerung nicht weiter“, finden die Studienmacher. Eine Stadtentwicklungspolitik, die die Präferenzen der Bevölkerung ignoriert, werde auf Dauer scheitern.