Von Talbot-Lago bis Talbot-Simca

Die zuletzt französische Automarke Talbot wurde ursprünglich im Jahre 1903 in Großbritannien eingeführt. Während ihrer bewegten Geschichte wurden wegen häufigem Besitzerwechsel auch Fahrzeuge unter kombinierten Namen wie Talbot-Lago, Talbot Sunbeam, Talbot-Simca oder Talbot-Matra hergestellt. Die letzten Talbot-Fahrzeuge wurden 1993 hergestellt. 

Hinweise zum Kauf eines Gebrauchtwagens von Talbot

Talbot galt unter den Franzosen als die Marke mit der größten Konstruktionserfahrung. Gerade die Modelle Bagheera und Murena verkörpern den Geist ihrer Zeit auf wunderbare Weise und gelten als sammelwürdige Oldtimer. Erkenntnisse aus dem zeitgenössischen ehemaligen Formel-1-Rennstall Équipe Talbot Gitanes flossen in Kooperation mit Équipe Ligier stetig in die Entwicklungen ein. 

Der Bagheera gilt als stark rostgefährdet. Um dies zu bekämpfen, war der Nachfolger Murena als erstes Serienfahrzeug der Welt vollständig feuerverzinkt. Dabei wurde das Chassis nicht aus verzinkten Blechen zusammengeschweißt, sondern vollständig zusammengebaut ins Zinkbad getaucht. Diese Produktionsmethode sicherte eine damals bemerkenswert gute Haltbarkeit gegen Rost, da durch Schweißvorgänge nicht nachträglich die schützende Zinkschicht ungewollt wieder abgetragen werden kann. Die Haltbarkeit gegen Rost gilt aber nur solange, wie keine Reparaturen an der Karosserie notwendig geworden sind. 

Talbot-Matra Bagheera

Der Talbot-Matra Bagheera ist ein sportliches Coupé, das 1973 vorgestellt wurde und bis 1980 gebaut wurde. Eine skurrile Besonderheit dieses Modells ist, dass in dem normal breiten Fahrzeug die drei zur Verfügung stehenden Sitze nebeneinander angeordnet sind, wobei der Fahrersitz normal breit ist und die beiden Beifahrerplätze etwas schmaler ausfallen als gewöhnlich. 

Das Fahrzeug wurde in zwei Serien gebaut, die sich äußerlich jedoch nur in Details unterschieden. Da am Modell ohnehin stetige Veränderungen vorgenommen wurden, kann das Baujahr eines original erhaltenen Fahrzeugs daher von seinen verbauten Ausstattungsmerkmalen abgeleitet werden. Die Motorisierung des Talbot-Matra Bagheera in der Serie 1 bestand wahlweise aus einem 1,3 Liter großen und 84 PS leistenden Vierzylinder oder dem 1,4 Liter Hubraum messenden 90 PS-Motor gleicher Bauart. Die Fahrzeuge der von 1977 bis 1980 gebauten Serie 2 hatten dieselben Motoren. Hinzu kam die Ausstattungsvariante Jubilée mit Velourssitzen, Digitaluhr, Heckscheibenwischer und serienmäßigem Faltdach.

Talbot-Matra Murena

Der Talbot-Matra Murena ist ein Coupé, das 1980 auf den Markt kam und bis 1984 gebaut wurde. Das Fahrzeug gilt als Nachfolger des Bagheera. Auch im Murena sitzen die bis zu drei Passagiere nebeneinander. Er wurde in drei Ausstattungslinien angeboten, die automatisch mit der Stärke der Motorisierung verbunden waren. Als Motorisierungen wurden drei Varianten angeboten:

  • Das Einstiegsmodell 1.6 hatte einen 1,6 Liter-Vierzylindermotor mit 92 PS.
  • Der Murena 2.2 mit dem 2,2 Liter großen, 115 PS leistenden Aggregat bot serienmäßig eine komfortorientierte Ausstattung mit elektrischen Fensterhebern und Zentralverriegelung.
  • Das Topmodell stellte der Murena 2.2S dar. Er hatte grundsätzlich denselben 2,2 Liter großen Motor, der aber erheblich leistungsgesteigert wurde: Durch den Einsatz von zwei Doppelvergasern, einer Sportnockenwelle sowie weiterer klassischer Tuning-Maßnahmen leistete er 142 PS. Mit nur 480 gebauten Exemplaren ist der 2.2S der mit Abstand seltenste Murena.

Talbot Horizon

Der Kompaktwagen Talbot Horizon wurde 1978 unter der Führung von Chrysler eingeführt. Er würde unter der Marke Simca in Frankreich und Chrysler im Rest Europas vermarktet. Doch nachdem Chrysler Europe von PSA übernommen wurde, wurden beide Marken eingestellt und das Auto wurde von 1980 bis zum Produktionsstopp (1986) als Talbot verkauft. Der Horizon erhielt die Auszeichnung „Auto des Jahres“ 1978.

Die Automarke Talbot

Die Geschichte von Talbot begann ursprünglich in Großbritannien unter dem Namen Clement Talbot Ltd. Das britische Unternehmen wurde 1903 gegründet, um französische Automobile nach Großbritannien zu importieren. Ab 1906 wurden auch eigene Autos produziert. Im Jahre 1919 übernahm der französische Konzern Darracq Talbot, woraufhin die Fahrzeuge unter dem Namen Talbot-Darracq vertrieben wurden. Ein Jahr später wurde auch die Automarke Sunbeam von Darracq aufgekauft, woraufhin die Gruppe STD (Sunbeam-Talbot-Darracq) gegründet wurde. 

Talbot-Lago

Mitte der 30er Jahre ging die STD-Gruppe in Konkurs, woraufhin die Rootes-Gruppe den britischen Teil von Clement Talbot kaufte. Das Talbot-Werk in Suresnes (Frankreich) wurde von Antonio Lago übernommen. Es brachte unter dem Namen Talbot-Lago neue Fahrzeuge auf den Markt, die unter anderem wegen ihrer Karosserien berühmt wurden. Heute sind Talbot-Lago-Modelle von bekannten Karosseuren – etwa das Teardrop Coupé von Figoni et Falaschi oder das T26 Grand Sport Coupé von Saoutchik – sehr gesucht und erzielen hohe Preise auf Auktionen. Noch im Jahre 1939 stieg das Unternehmen in den Rennsport ein und entwickelte eigene Formel-1-Rennwagen.

Talbot als Teil des PSA

Doch aufgrund immer weiter sinkender Absatzzahlen wurde Talbot-Lago 1959 an den französischen Automobilhersteller Simca verkauft. Simca wurde 1970 vom US-amerikanischen Großkonzern Chrysler übernommen. Bereits 1967 hatte Chrysler auch die Rootes-Gruppe gekauft, der der britische Teil von Talbot gehörte. Nach finanziellen Schwierigkeiten verkaufte Chrysler Simca an das französische Unternehmen PSA (ein Zusammenschluss von Citroen und Peugeot) für die symbolische Summe von 1 Dollar. So wurde Talbot schließlich, bis zum Ende der Automarke im Jahr 1993, Teil des PSA-Konzerns.

Die Übernahme der europäischen Chrysler-Werke verlief für PSA jedoch weniger ertragreich als erhofft. Der Konzern schrieb fast durchgehend rote Zahlen, sodass bis 1984 sogar Teil der Fahrzeugproduktion und schließlich die gesamte Produktion der Talbot-Modelle Rancho und Murena eingestellt werden mussten. Nach der Ausgliederung der Automarke Talbot aus der PSA-Gruppe wurde auch die Produktion weiterer Modelle 1987 weitestgehend eingestellt.

Der Verkauf von Talbot-Modellen endete in Deutschland bereits im Vorjahr. In Großbritannien wurde jedoch der Kleintransporter Talbot Express noch bis Ende 1993 verkauft. Im selben Jahr wurde die Marke Talbot schließlich komplett aufgelöst.

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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