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Roadster – ein Auto für Individualisten

Die Sitzfläche nur wenige Zentimeter über der Straße, ein hart abgestimmtes Fahrwerk, für jede Situation ausreichend Leistung unter der Haube und eigentlich nichts bis auf einen kleinen Windabweiser, dass einen von den direkten Einflüssen der Natur trennt – so könnte man einen Roadster beschreiben. Die Vorstellung vom Roadster-Fahren erinnert fast ein wenig an die Formel 1. Technisch gesehen ist ein Formel 1-Bolide auch ein Roadster, sieht man vom fehlenden zweiten Sitzplatz ab.

Roadster und Cabrio im Vergleich

Im allgemeinen Verständnis ist ein Roadster eine Art Cabriolet. Roadster unterschieden sich früher zunächst dadurch vom Cabrio, dass sie nicht dafür vorgesehen waren, mit geschlossenem Dach zu fahren. Während man im Cabrio dank solider Softtops oder fester Klappdächer auch bei Regenwetter trocken von A nach B kommt, kann einem klassischen Roadster in dieser Hinsicht auch der letzte Funken Nutzwert abgesprochen werden. Wer bei Regen fahren will, sollte also eine Regenjacke dabei haben.

Moderne Roadster (wie auch Cabrios) mit selbstragenden Karosserien brauchen im Gegensatz zu den geschlossenen Modellen eine deutlich verstärkte Bodengruppe, um die nötige Steifheit der Karosserie zu erreichen. Anders als Cabrios, die in der Regel von einem Coupé abgeleitet werden, sind viele der echten Roadster eigenständige Entwicklungen ohne geschlossene Variante.

So gesehen unterscheiden sie sich zwar in der Bauweise, nicht aber in der Gewichtsverteilung. Ein niedriger Schwerpunkt ist allen Roadstern gemein und das ist sicherlich auch erwünscht. Eines der Bilder, welches man unweigerlich mit dem Roadster verbindet, ist das kurvenhungrige Fahrverhalten, immer leicht übersteuernd und doch auch am Limit beherrschbar.

Roadster – die Anfänge

Klassische Roadster waren klein, vergleichsweise stark motorisiert, hatten genau zwei Sitzplätze und eben kein Dach. Insbesondere in England entstand nach dem Zweiten Weltkrieg eine Roadster-Kultur. Austin-Healey, MG Rover und Triumph waren hier Vorreiter. Warum gerade England, das zumindest im Klischee nicht gerade als Sonnenparadies bekannt ist, auf Roadster setze? Dies kann nur damit erklärt werden, dass der Sportwagenbau hier eine große Tradition hatte. Und natürlich ist es auch so, dass man sich in England seit jeher mit dem heimischen Wetter arrangiert hat. Getreu dem Motto „es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur die falsche Kleidung“, gehörten auf der Insel auch bei Regenwetter offene Roadster zum Straßenbild. Extra dafür vorgesehene Abflussöffnungen im Boden und der Verzicht auf Elektronik im Fahrgastraum machten die Autos tatsächlich allwettertauglich. 

Typisches Designelement der Roadster von der Insel waren die tiefen Türen beziehungsweise Türausschnitte. Die Türen mussten zum Einsteigen gar nicht geöffnet werden. Viele ließen sich erst gar nicht öffnen. Eine auf diese Weise geschwächte Karosserie konnte natürlich nicht selbsttragend konstruiert sein, weshalb hier Chassis und Aufbau getrennt waren. Auf ein massives Bodenelement, das Fahrwerk und Antrieb beherbergt, wurde einfach die jeweilige Karosserie aufgebaut. 

Roadster-Modelle und die Gegenwart des Kultautos

Mittlerweile existieren viele der englischen Sportwagenschmieden wie Riley, Sunbeam oder Triumph nicht mehr oder sind wie MG oder Lotus von anderen Marken übernommen worden, der Mythos Roadster existiert aber weiterhin. Längst haben Mazda mit dem MX5, Honda mit dem S2000 oder der BMW Z4 die Stellung von AC Cobra, Austin-Healey Sprite oder Lotus Seven übernommen. Und dennoch gibt es noch Hersteller, die Roadster im alten Gewand verkaufen – mit moderner Technik, versteht sich. Denn gewisse Zugeständnisse an Komfort und Sicherheit macht der betuchte Kaufinteressent heute gern.

Etliche Cobra-Lizenzbauer und auch ein neuer Morgan Plus 8 suchen bis heute kaufkräftige Roadster-Nostalgiker. Schade eigentlich, dass der deutsche Roadster-Spezialist Wiesmann im Jahr 2014 wegen Zahlungsunfähigkeit die Segel streichen musste. Die Modelle MF3, MF4 und MF5 des Dülmener Sportwagenherstellers sind sicherlich eine Bereicherung für das Straßenbild. Und sie werden es trotz der Auflösung des Unternehmens dank einer großen und treuen Fangemeinde noch lange sein, auch wenn man nur selten einen zu Gesicht bekommt. Denn die meiste Zeit des Jahres steht ein Wiesmann-Roadster wohl abgedeckt in der Garage.

Während der klassische Roadster-Begriff untrennbar mit puristischem Fahren verbunden ist, bieten die heutigen Modelle viele Vorzüge des modernen Fahrzeugbaus. Elektronische Fahrhilfen, moderne Motoren und nicht zuletzt Sicherheitsaspekte, wie Überrollschutz und Knautschzonen sind in heutigen Roadstern Standard. Und auch der Verzicht auf ein optionales Dach wird zugunsten des Alltagsnutzens mehr und mehr aufgegeben. Was aber geblieben ist, ist die strikte Limitierung auf zwei Sitze. Selbst das Angebot von Notsitzen, das in der Praxis eher als Ablage für die Handtasche der Fahrerin als einen zusätzlichen Fahrgast reichte, ist bereits ein KO-Kriterium.

Roadster haben in unserer auf Effizienz und Mehrwert ausgerichteten modernen Lebensweise mit ihrem puristischen Ansatz sicherlich einen schweren Stand. Aber zumindest als Nischenprodukt werden sie wohl auch in Zukunft auf Enthusiasten treffen, die Wert auf offenen Fahrspaß legen.

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

Cabrio