Moskwitch: der Moskauer unter den Autos

OAO Moskwitsch ist ein ehemaliger Automobilhersteller mit Sitz in Moskau. Das russische Wort „Москвич“ bedeutet übersetzt „der Moskauer“ und wird auch als „Moskvich“ oder „Moskvitch“ geschrieben. Das Unternehmen ist 1991 im Zuge der politischen Reformen in Russland aus dem Automobilwerk AZLK hervorgegangen. Fahrzeuge der Marke Moskwitsch hingegen wurden durchgehend von 1947 bis ins Jahr 2006 produziert. 2006 meldete das Unternehmen Insolvenz an. 

Die Entstehung des Moskwitsch 400

Das Automobilwerk, welches später den Moskwitsch herstellte, baute ursprünglich ab 1930 Ford-Modelle in Lizenz nach. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges hin entschied die politische Führung der damaligen Sowjetunion, das Land entscheidend zu motorisieren. So forderte der Rat der Volkskommissare der Sowjetunion die Entwicklung und Produktion eines Kleinwagens im Moskauer Werk. 

Die Reparationszahlungen, zu denen Deutschland nach Kriegsende aufgrund des Pariser Reparationsabkommens und des Potsdamer Abkommens verpflichtet wurde, kamen dabei der Sowjetunion zugute: Im Jahr 1946 erhielt das Land die kompletten Fertigungsanlagen des ersten Opel Kadett. Diese wurden im hessischen Rüsselsheim abgebaut und nach Moskau gebracht. Das erste Auto der Marke, der Moskwitsch 400, ähnelt daher nicht von ungefähr dem ersten Opel Kadett von 1938. Das Fahrzeug wurde ab 1947 in Serie hergestellt. 1954 wurde es durch die modernisierte Version Moskwitsch 401 ersetzt.

Der Moskwitsch 412 als Rallyeteilnehmer

Der Moskwitsch 412 wurde von 1967 bis 1977 hergestellt und war das zahlenmäßig erfolgreichste Modell der Marke. Er galt als Zwischenmodell und war noch mit der alten Karosserie des Vorgängers 408 ausgestattet, verfügte aber schon über den neuen 1,5-Liter-Leichtmetallmotor mit obenliegender Nockenwelle und halbkugelförmigen Brennräumen. 1968 nahmen vier Fahrzeuge des Moskwitsch 412 an der Rallye London-Sydney teil. Alle vier kamen ins Ziel, obwohl von allen rund 100 gestarteten Fahrzeugen nur etwa die Hälfte die Ziellinie sah. 

Moskwitsch 2140

Der Moskwitsch 2140 ging als Nachfolger aus dem 408 beziehungsweise 412 hervor und verfügte über eine modernisierte Karosserie sowie diverse technische zeitgemäße Verbesserungen. Das von 1976 bis 1988 produzierte Fahrzeug wurde als viertürige Limousine sowie als zwei- oder viertüriger Kombi gebaut. Auch eine zweitürige Pickup-Version war ab 1984 zu haben.

Exporte in den internationalen Markt

Moskwitsch-Autos wurden auch in den internationalen Markt exportiert und waren dort aufgrund ihres robusten Rufes und der einfachen Technik relativ erfolgreich. Die Fahrzeuge wurden aus steuerlichen Gründen in teilzerlegter Form den Importeuren angeliefert und für den Einsatz auf den westlichen Märkten technisch in einigen Belangen verändert und angepasst. Außerdem wurden die zusammengebauten Fahrzeuge unter anderen Modellbezeichnungen angeboten. So wurde der Moskwitsch 408 zum Moskwitsch Scaldia 1300, benannt nach dem belgischen Hersteller, der die Fahrzeuge für Moskwitsch in Belgien fertigte. Zu den Abnehmerländern der Export-Modelle gehörten einige europäische Länder wie Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien und die Niederlande. 

Lada Aleko: Moskwitch nach der deutschen Wiedervereinigung

Lada galt in der ehemaligen DDR als die Marke mit der höchsten Qualität unter allen, die in den Staaten des Warschauer Pakts produziert wurden. Ladas wurden fast ausschließlich von der Volkspolizei und Taxibetrieben gefahren und galten für den normalen DDR-Bürger als unerreichbar. Der damalige Moskwitsch-Hersteller AZLK wusste um das Image der Marke und bot im Jahr 1990 den Moskwitsch 2141 auch in der damals frisch wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland unter der Modellbezeichnung Lada Aleko an. Die Absatzzahlen waren allerdings dermaßen gering, dass man diesen Vorstoß bald wieder aufgab. Auch ein neuerlicher Versuch ab 1996, also zum Ende der Produktionszeit des 2141 hin, war nicht von Erfolg gekrönt.

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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