Fisker: Leistungsstarke Fahrzeuge mit guter Öko-Bilanz

Fisker Automotive – seit September 2015 als Karma Automotive bekannt – ist ein 2007 gegründeter amerikanischer Kleinserienhersteller von ausgeprägt sportlichen Fahrzeugen mit Hybridantrieb und weiteren alternativen Antriebstechnologien. Gründer des Joint-Venture-Unternehmens war der dänische Automobildesigner Henrik Fisker. Er zeichnet unter anderem verantwortlich für das Design der Sportwagen BMW Z8 und Aston Martin DB9, das zum Teil in der Formgebung des Fisker Karma zitiert wird. Der Karma bietet trotz betont sportlichem Auftreten und sehr flacher Silhouette relativ viel Platz im Innenraum.

Fisker Karma: Hohe Leistung, niedriger Verbrauch

Der mit einer viertürigen Karosserie ausgestattete Karma stellt das erste komplette serienreife Fahrzeug von Fisker dar. Als Plug-in-Hybrid verfügt er über zwei jeweils 204 PS starke Elektromotoren, welche direkt an den Radnaben der mit 22 Zoll extrem großen Räder befestigt sind. Im Bedarfsfall werden sie durch einen 212 PS starken Vierzylinder-2.0-Liter-Ottomotor unterstützt. Der Antrieb des Karma erfolgt im reinen Elektromotor-Modus, den Fisker als Stealth Modus bezeichnet, direkt auf die Radnaben der Hinterräder. Im Benziner-Betrieb, Sport Drive Modus genannt, wird wie in herkömmlichen Fahrzeugen ein Getriebe zwischengeschaltet. 

Erstaunlich und innovativ an dem Fahrzeug ist, dass der ECE-Normverbrauch dank der eingebauten Elektromotoren trotz der sehr guten Fahrleistungen lediglich 2,2 Liter pro 100 km beträgt. Obwohl die schweren notwendigen Akkus das Fahrzeuggewicht auf beachtliche 2,5 Tonnen ansteigen lassen, beträgt die Beschleunigung des Fisker Karma selbst im reinen Elektroantrieb unter acht Sekunden von 0 auf 100 km/h. 

Nachhaltigkeit ist oberstes Gebot

Beim Bremsen wird die vorhandene kinetische Energie zum großen Teil wieder in elektrische Energie umgewandelt und kann erneut zum Vortrieb verwendet werden. Auf Wunsch ist ein Solardach lieferbar, was unter günstigen Voraussetzungen Kraft für bis zu 320 zusätzliche Kilometer aus reiner Sonnenenergie bedeutet. Fisker versucht in allen Belangen die Vision von einem nachhaltig hergestellten Fahrzeug, welches minimalste Umweltemissionen verursacht, konsequent umzusetzen. So wurde beispielsweise im Karma für die im Innenraum verwendeten Holzapplikationen laut Hersteller kein einziger Baum gefällt: Das Holz stammt aus Restholzbeständen und wird in speziellen Verfahren veredelt. 

Sicherheit trotz Leichtbau

Die selbsttragendende Aluminium-Karosserie ist als so genanntes Space Frame aufgebaut und ähnelt einem Fachwerk. Trotz der Leichtbaukonstruktion legt Fisker Wert auf aktive und passive Sicherheit. So ist die Frontpartie des Karma mit einer crashberechneten besonderen Verstärkung versehen. Die Sechskolbenbremse von Brembo sorgt für optimale Verzögerung. Sollte es doch einmal zum Aufprall kommen, mindern nicht weniger als acht Airbags die Folgen eines Unfalls. 

Die Produktion  von Fisker ruht derzeit

Fisker wurde als einer der frühzeitigen Konkurrenten für den Elektrofahrzeughersteller Tesla gesehen. Die Serienproduktion des Fisker Karma begann im Frühjahr 2011. Der amerikanische Schauspieler Leonardo DiCaprio erhielt im Sommer 2011 das erste Serienexemplar. Der Import der Fahrzeuge nach Europa erfolgte über die Fisker Automobile AG mit Sitz im schweizerischen Härkingen. Weitere Karosserievarianten des Fisker Karma, zum Beispiel ein Cabrio (Fisker Karma S) und ein viertüriger Sport-Kombi (Fisker Surf), wurden bereits der Presse vorgestellt. 

2012 wurde die Produktion jedoch eingestellt und 2013 musste das Unternehmen Insolvenz melden. 2014 wurde es Teil des chinesischen Konzerns Wanxiang, welcher vor allem als Automobilzulieferer bekannt ist und bereits den Batteriezulieferer von Fisker – A123 – besaß. Nach der Übernahme durch Wanxiang wurde Fisker Automotive in Karma Automotive umbenannt. Für 2016 wurde die zweite Generation des Karma mit dem Namen Elux angekündigt. Henrik Fisker selbst ist nicht mehr mit Karma Automotive involviert. Er entwickelt The Force 1 – einen zweisitzigen Supersportwagen mit einem Ottomotor.

Autobauer mit Subventionen

Besonderheit der wirtschaftlichen Situation von Fisker Automotive war unter anderem, dass die Produktionskosten jedes Fahrzeugs den Verkaufspreis bei weitem überstiegen. Das Unternehmen erhielt bis Produktionseinstellung 2012 öffentliche Subventionen und Geldmittel von Förderern und Investoren in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar.

 

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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