Caterham Cars: Britische Sportwagen mit langer Tradition

Caterham Cars ist ein britischer Automobilhersteller mit Sitz im südenglischen Dartford. Der Sportwagenhersteller ist durch die Produktion des Caterham Seven in Kleinserie bekannt geworden. Das offene zweisitzige Fahrzeug basiert konstruktiv auf dem namensgebenden Lotus Seven, den Lotus-Gründer Colin Chapman maßgeblich mitentwickelt hat und der zwischen 1965 und 1972 gebaut wurde. 1973 geriet Lotus allerdings in Zahlungsschwierigkeiten und beendete die Produktion des Lotus Seven. Caterham Cars, das damals Lotus-Fahrzeuge vertrieb, erwarb im selben Jahr die Rechte an der Konstruktion des Modells und baute anschließend (bis heute) den Seven unter der eigenen Herstellermarke Caterham weiter.

Ein Auto zum Selbstbauen

Ungewöhnlich für die heutige Zeit ist, dass Caterham den Seven nach wie vor auch als so genanntes Kit Car anbietet. Dabei wird das Fahrzeug als Bausatz mit allen erforderlichen Einzelteilen geliefert und vom neuen Besitzer selbst zusammengebaut. Damit kann das Fahrzeug beim Zusammenbau auch den individuellen Wünschen des Erstbesitzers angepasst werden. Früher hatte das in dem wichtigen Absatzmarkt Großbritannien außerdem den Vorteil, dass die damals dort fällige Neuwagensteuer erspart wurde. Heute gibt es die Neuwagensteuer nicht mehr, aber die Kit Cars werden trotzdem noch angeboten. Allerdings ist für den Zusammenbau erhebliches technisches Verständnis vonnöten und er kann in Eigenregie durchaus mehrere hundert Stunden in Anspruch nehmen. Gegen Mehrpreis ist der Caterham Seven daher auch als fertiges, komplett zusammengebautes Fahrzeug ab Werk erhältlich. 

Zahllose Varianten

Über die Baujahre hinweg hat Caterham Cars den Seven immer wieder mit verschiedenen Motoren und technischen Verbesserungen ausgestattet. Nicht nur aufgrund des Bausatz-Charakters, sondern auch aufgrund der geringen produzierten Stückzahl wird es daher kaum zwei genau baugleiche Caterham Seven geben. Doch in allen Varianten – ob als der äußerst minimalistische Superlight oder der traditionellere Roadsport, ob mit dem engen Classic- oder dem teureren und breiteren CSR-Chassis oder als die neueste Entwicklung AeroSeven – setzt der Caterham Seven in erster Linie auf Gewichtreduzierung und bleibt absolut schnörkellos. Entsprechend besitzt er nicht nur weder Dach noch Türen, sondern häufig auch keine Windschutzscheibe. 

Der Caterham Seven fordert den Fahrer

Nicht wenige Caterham Seven-Besitzer bewegen ihr Fahrzeug gerne auch einmal (bestimmungsgemäß) abseits normaler Straßen auf der Rennstrecke. Das Fahrzeug wird hierfür teilweise mit sogenannten Semislicks ausgerüstet. Das sind straßenzugelassene Rennreifen, die den gesetzlichen Mindestprofilanteil von 17 Prozent gerade noch erfüllen (normale Pkw-Reifen liegen bei ca. 35 Prozent). Die Semislicks sind teilweise in sehr weichen Gummimischungen lieferbar, "kleben" einmal warmgefahren förmlich auf der Straße und erlauben dem Caterham Seven extrem hohe Querbeschleunigungen von über 1 g. Entsprechend werden Fahrer und Fahrzeug gefordert und das Fahrzeug sollte daher technisch stets in Topform gehalten werden. 

Der Caterham Seven als Gebrauchtwagen

Der Rennstreckenbetrieb, das Räubern über die Curbs und das Formelfahrzeug-Feeling mit den möglichen hohen Querbeschleunigungen machen im Caterham Seven nicht nur eine Menge Spaß. Durch vermehrten Verschleiß der Fahrwerksaufhängung machen sie sich auch im Geldbeutel bemerkbar. Wer einen Seven als Gebrauchtwagen kauft, sollte daher besonders auf die stark beanspruchten Fahrwerksbuchsen achten. 

Abhilfe schaffen härtere Fahrwerksbuchsen aus Polyurethan-Kunststoff mit einer speziellen Tefloneinlage. Diese sind an ihrer hellen Gehäusefarbe zu erkennen. Sie sind wesentlich robuster als ihre Brüder aus schwarzem Gummi, machen das Fahrwerk des Caterham Seven aber auch nochmals härter als im Serienzustand. Das Einlenkverhalten des Fahrzeugs wird direkter, im Grenzbereich aber auch deutlich giftiger. 

Hinsichtlich der Haltbarkeit des Motors braucht man sich weniger Sorgen zu machen, sofern dieser mit einer Trockensumpfschmierung ausgestattet ist. Denn erstens kann man davon ausgehen, dass ein Caterham Seven als typisches Liebhaberfahrzeug von seinem Besitzer sachgemäß warmgefahren wird, bevor es auf die Rennstrecke geht oder ihm sonstige hohe Belastungen abverlangt werden. Zweitens bietet die Trockensumpfschmierung mit externer Ölpumpe konstruktiv die besten Voraussetzungen, einen stabilen Schmierfilm auch in Situationen mit extremen Querbeschleunigungen gewährleisten zu können. 

Auf Eintragung eventueller Modifikationen achten

Bei allen Umbauten gegenüber der Serie gilt, unbedingt zu überprüfen beziehungsweise sich schriftlich bestätigen zu lassen, dass die Modifikationen nicht nur straßenzugelassen, sondern – sofern eintragungspflichtig – auch in den Fahrzeugpapieren eingetragen sind. Teile, die mit einem ECE-Zeichen versehen sind (großes E mit Zahl im Kreis) sind nicht eintragungspflichtig, sofern sie bestimmungsgemäß verwendet werden. Bei einem Fahrzeug mit nicht eingetragenen Teilen erlischt nicht nur die Betriebserlaubnis. Bei einem Unfall kann es auch sehr teuer werden. Die Versicherung wird sehr wahrscheinlich an den Unfallgegner zwar zahlen, holt sich aber im Rahmen eines Regressanspruches das Geld unabhängig von der Schuldfrage dann vom Versicherungsnehmer zurück.

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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