Bugatti: Das neue Leben der Rennsport-Legende

Bugatti, offiziell Bugatti Automobiles S.A.S., ist ein Hersteller von Supersportwagen mit Sitz im französischen Molsheim im Elsass. Die Fahrzeuge werden in der mit einer Glasfront versehenen Fabrik zu einem erheblichen Anteil in manueller Arbeit von nur wenigen erfahrenen Mechanikern zusammengebaut. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Bugatti sehr erfolgreich im Rennsport, 1962 endete jedoch die Produktion. Die Marke gehört seit 1998 zum Volkswagen-Konzern.

Bugatti EB110

Nach fast 30 Jahren Produktionspause kam 1991 der Bugatti EB110 auf den Markt, welcher für einen Supersportwagen sehr komfortabel ausgestattet war und zum damaligen Preis von knapp 700.000 DM angeboten wurde. Die Besonderheit dieses Angebots lag darin, dass mit dem Kauf automatisch ein drei Jahre laufender Wartungsvertrag über das Fahrzeug mit abgeschlossen wurde, der den kostenlosen Austausch von Verschleißteilen beinhaltete. 1995 wurde die Produktion beendet.

Bugatti EB Veyron 16.4

2005 erschien mit dem Bugatti EB Veyron 16.4 das erste Modell unter VW-Führung – ein Supersportwagen, der von seinen Fahrleistungen her alle bisherigen Straßenfahrzeuge in den Schatten stellen sollte. Im Zuge der Entwicklung zur Serienreife mussten diverse, bisher nicht relevante technische Probleme am Antriebsstrang gelöst werden, um den extremen Anforderungen der Konstrukteure gerecht zu werden. So musste beispielsweise erst ein Getriebelieferant gefunden werden. Schließlich musste das Getriebe das maximale Drehmoment von 1250 Nm und die 1001 PS Maximalleistung des als Mittelmotorkonzept ausgelegten 16-Zylinder-Sportwagens dauerhaft verkraften. 

407 km/h: schneller als der ICE, halb so schnell wie ein Jumbo

Auch existierten zu diesem Zeitpunkt keine Straßenreifen, die für die angepeilten Geschwindigkeiten von über 400 km/h geeignet gewesen wären. Die bis dahin erhältlichen Reifen mit dem Geschwindigkeitsindex ZR (Y) waren maximal für Geschwindigkeiten von 320 km/h ausgelegt. Der französische Reifenhersteller Michelin, der ab der Saison 2001 auch wieder als Reifenlieferant in der Formel 1 aktiv war, entwickelte schließlich mit dem Michelin Pilot Sport PAX speziell für den Betrieb mit dem Bugatti EB Veyron 16.4 einen Reifentyp, der für Geschwindigkeiten von über 400 km/h ausgelegt war. 

Die Steigerung von schnell: der Bugatti EB Veyron 16.4 Super Sport

Mit dem Bugatti EB Veyron 16.4 Super Sport kam ein leistungsgesteigertes Modell auf den Markt. Der im Super Sport nunmehr 1199 PS leistende Motor bringt das Fahrzeug auf eine Höchstgeschwindigkeit von abgeregelten 415 km/h. Damit galt der Bugatti EB Veyron 16.4 Super Sport von 2010 bis 2014 als schnellstes Serienfahrzeug der Welt. Seit 2005 erschien eine Vielzahl von Sondermodellen auf der Basis des Grundmodells und des Super Sport. Darunter auch eine Mischversion, Grand Sport Vitesse genannt und bestehend aus der überarbeiteten Karosserie und dem leistungsgesteigerten Motor. 

Hinweise zum Kauf eines Bugatti EB Veyron 16.4

Der Verbrauch des Bugatti EB Veyron 16.4 wurde bei Vollgas-Testfahrten mit 91 Liter auf 100 Kilometer gemessen. Der exorbitante Spritverbrauch des Supersportlers ist jedoch finanziell schon fast zu vernachlässigen. In Deutschland (als einzigem Land der Welt) darf der Bugatti EB Veyron 16.4 zwar legal voll ausgefahren werden. Doch sogar hier eignen sich die wenigsten Autobahnabschnitte verkehrstechnisch, wenn überhaupt, für Geschwindigkeiten von über 400 km/h. Es wird sich also eher um einen Sekundenspaß handeln. 

Viel stärker dem Besitzer ins Kontor schlagen dürfte ein anderer Punkt: Aus Sicherheitsgründen schreibt das Werk nämlich vor, nach jeder Fahrt mit Geschwindigkeiten von über 400 km/h die Spezialreifen samt Felgen zu wechseln – die Kosten für einen kompletten Radsatz liegen bei knapp 40.000 EUR.

Die Automarke Bugatti

Firmengründer Ettore Bugatti galt schon in frühen Jahren als genialer Konstrukteur. 1881 im norditalienischen Mailand geboren und dort aufgewachsen, gründete er 1909 seine eigene Automobilfabrik. Bereits 1899, im zweiten Jahr seiner Lehrzeit, konstruierte und baute Bugatti mit Hilfe eines italienischen Industriellen sein erstes Fahrzeug: ein Dreirad, mit dem er auch gleich bei einigen Autorennen antrat. Prompt gewann Bugatti mit seiner Eigenkonstruktion sowohl den Großen Preis der Stadt Mailand wie den Ermunterungspreis des französischen Automobilclubs. 

Es folgten goldene Jahre, in denen Bugatti seinen Ruf als Hersteller schneller Rennfahrzeuge festigen konnte. Die Rennwagen der Marke aus den 1930er Jahren genießen heute legendären Ruf und bringen bei Auktionen bis zu 30 Millionen Dollar. In der ersten Phase seiner Existenz hat das elsässische Unternehmen Fahrzeuge bis 1962 gebaut. Nach der Einstellung der Produktion wurde es vom spanisch-schweizerischen Luftfahrtunternehmen Hispano-Suiza gekauft. 

Wiederbelebung durch Romano Artioli

Von 1986 an lagen die Rechte an Bugatti zwischenzeitlich bei dem italienischen Unternehmer Romano Artioli, der die Marke wiederbeleben wollte und zu eigens diesem Zweck die Bugatti Automobili SpA gründete. Zwischen 1991 und 1995 wurde auch ein neues Modell produziert – der Bugatti EB110. Die rezessive Wirtschaftslage in den USA und in Europa Mitte der 1990er Jahre ließen den EB100 allerdings zu keinem großen Erfolg werden, und die Bugatti Automobili SpA ging in Insolvenz.

Übernahme der Bugatti-Markenrechte durch die Volkswagen AG

Im Jahre 1998 erwarb der Wolfsburger Volkswagen-Konzern die Markenrechte an der Marke Bugatti. Der damalige Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG war Dr. Ferdinand Piëch, Enkel von Prof. Ferdinand Porsche und in den 1960er Jahren leitender Konstrukteur des legendären Porsche 917. Er kündigte schon kurz nach der Übernahme von Bugatti an, einen neuen Supersportwagen unter der traditionsreichen Marke auf die Straße bringen zu wollen.

Zur IAA 1999 zeigte Volkswagen eine Studie, welche dem späteren EB Veyron 16.4 stilistisch schon recht nahe kam. Das Fahrzeug wurde mit großem Interesse aufgenommen. Aufgrund der positiven Resonanz bei Publikum und Fachpresse entschied man sich, das Fahrzeug tatsächlich auch zu bauen. Der vielfach ausgezeichnete EB Veyron 16.4 wurde zwischen 2005 und 2015 produziert und 2016 vom neuen Modell Chiron abgelöst.

 

* Mehrwertsteuer ausweisbar

** Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem 'Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen' entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der Deutschen Automobil Treuhand GmbH unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

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