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Scheckheft

In Gebrauchtwagenanzeigen findet sich häufig der Hinweis, dass das angebotene Objekt „scheckheftgepflegt“ sei. Die Botschaft dahinter ist einfach: Interessenten sollen sich keine Sorgen um den Zustand des Fahrzeugs machen müssen.

Was bedeutet „scheckheftgepflegt“?

Ein Scheckheft (auch: Service- oder Wartungsplan) beinhaltet Herstellervorgaben über den Umfang und die Häufigkeit von Fahrzeuginspektionen. Wann und wie oft ein Fahrzeug zur Wartung muss, hängt von Modell, Kilometerstand und/oder der Nutzungsdauer ab. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die bekannten Schwachstellen eines Fahrzeugmodells gelegt, so dass die Funktionsfähigkeit und Betriebssicherheit über viele Jahre hinweg bestehen bleibt.

Doch reicht schon ein einzelner Stempel aus, um den Gebrauchten als „scheckheftgepflegt“ anzupreisen? Fakt ist: Ein Fahrzeug ist „scheckheftgepflegt“, wenn sämtliche vom Hersteller vorgeschriebenen Inspektionen von einer Fachwerkstatt durchgeführt und entsprechend protokolliert wurden. Ein Garant für ein mängelfreies Fahrzeug ist ein vollständiges Scheckheft dennoch nicht. Es empfiehlt sich deshalb vor Unterzeichnung eines Kaufvertrags, den Wagen von einem unabhängigen Kfz-Gutachter auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. Solche Gebrauchtwagenchecks bietet beispielsweise der TÜV an.

Scheckheftpflege: Vertragswerkstatt oder Freie?

Jeder Stempel im Scheckheft steht für eine durchgeführte Inspektion, und Inspektionen kosten Geld. Besonders teuer ist die Fahrzeug-Durchsicht in den autorisierten Vertragswerkstätten. Um Kosten zu sparen, würden sich viele Verbraucher auch gerne an freie Werkstätten wenden, befürchten aber den Verlust von Garantie- und Gewährleistungsansprüchen. Diese Angst ist unbegründet. Seit dem 1. Juni 2010 dürfen Hersteller ihre gesetzliche Gewährleistungspflicht nicht mehr daran knüpfen, ob Inspektionen, Reparaturen, Ölwechsel & Co. in Vertragswerkstätten durchgeführt worden sind oder nicht. Das ist in der EU-weit geltenden Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) geregelt. Neuwagenbesitzer wahren demnach die Garantie auf Sachmängel, auch wenn sie notwendige Reparaturen in einer freien Werkstatt beheben lassen. Gleiches gilt für vom Hersteller ausgegebene Neuwagengarantien.

Es gibt jedoch eine Ausnahme: Bei Rückrufaktionen oder der Beseitigung von Produktionsfehlern darf der Hersteller dem Autobesitzer vorgeben, wo die Arbeiten durchzuführen sind. Für den Kunden ist dies aber insoweit irrelevant, als dass der Hersteller die Kosten für solche Reparaturen in vollem Umfang übernimmt.

Autobesitzer sollten aber darauf achten, dass die Inspektionen fachgerecht vorgenommen werden, sprich den Vorgaben des Herstellers entsprechen. Dann dürfen selbst freie Werkstätten das Scheckheft stempeln.

Gefälschtes Scheckheft: Betrügern auf der Spur

Ein lückenloses Scheckheft ist die Visitenkarte eines Autos und erhöht seinen Wert auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Gerade deshalb hilft der eine oder andere Verkäufer gerne mal nach - Verbraucher sollten deshalb genauer hinschauen. In welcher Werkstatt wurden die Wartungsarbeiten durchgeführt? Sind alle Einträge mit Stempel und Unterschrift versehen? Gibt es Rechnungen, die die Durchführung der Inspektionen belegen?

Mögliche Manipulationen am Kilometerstand können anhand des Scheckhefts erkannt werden. So sollten Interessenten skeptisch werden, wenn die letzte Inspektion bei Kilometerstand 150.000 durchgeführt wurde, der Tacho aber lediglich 80.000 gefahrene Kilometer anzeigt. Auch ein Blick in die Wartungsbegleitkarten gibt Aufschluss darüber, wann Bremsflüssigkeit und Öl zuletzt gewechselt bzw. aufgefüllt wurden. Die Wartungsbegleitkarten sind im Motorraum oder auf der Türsäule der Fahrerseite befestigt.

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Text: Verivox
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