Bild: Modellauto auf Geldscheinen ©Klaus Eppele/fotolia.com

Schadenfreiheitsklasse

Welche Beiträge ein Versicherter in der Kfz-Versicherung – genauer: in der Kfz-Haftpflicht und in der Vollkasko – zahlen muss, hängt maßgeblich von seiner Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ab. Die Einstufung in eine Schadenfreiheitsklasse erfolgt anhand der Anzahl der Jahre, die der Versicherte ununterbrochen schadenfrei in einem bestehenden Versicherungsverhältnis gefahren ist. Die SF-Klasse ist somit Ausdruck des Fahrverhaltens.

Wer zehn schadenfreie Jahre vorweisen kann, wird also in die Schadenfreiheitsklasse 10 eingestuft. Mit jedem weiteren unfallfreien Jahr wird der Versicherte in die nächsthöhere SF-Klasse eingestuft. Und das bedeutet gleichzeitig höhere Rabatte in der Kfz-Versicherung. Wer also lange ohne Unfall fährt, kann von Prämiennachlässen profitieren.

Rückstufung nach einem Schadensfall

Wer einen Schaden verursacht, für den die Autoversicherung aufkommt, wird im darauf folgenden Kalenderjahr in der Schadenfreiheitsklasse zurückgestuft. Die Rückstufung erfolgt entweder in der Kfz-Haftpflicht oder in der Vollkaskoversicherung, je nachdem, welche Versicherung für die Regulierung des Schadens eingetreten ist. Somit ist es möglich, dass der Versicherte in der Vollkaskoversicherung zurückgestuft wird, in der Haftpflichtversicherung jedoch nicht, weil diese schadenfrei verlief. Eine Rückstufung der Schadenfreiheitsklasse ist zumeist gleichbedeutend mit der Erhöhung der Beitragsprämie.

Bei der Teilkaskoversicherung haben gemeldete Schäden keinen Einfluss auf die Versicherungsprämie, da sie ausschließlich Schäden reguliert, die der Versicherte nicht durch seine Fahrfähigkeiten beeinflussen kann.

Fahranfänger, Zweitwagen, Vertragsunterbrechung – Wie erfolgt die Einstufung?

Fahranfänger werden in der Regel in die Schadenfreiheitsklasse 0 eingestuft und müssen somit die höchsten Prämiensätze zahlen. Wer länger als drei Jahre den Führerschein besitzt, beginnt mit der Schadenfreiheitsklasse ½. Zum Teil bieten die Assekuranzen auch Ehegatten- bzw. Eltern-Kind-Regelungen an, durch die Fahranfänger in eine höhere und somit günstigere Schadenfreiheitsklasse einsteigen können.

Wer einen Zweitwagen erstmalig anmeldet, wird für gewöhnlich in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Voraussetzung für diese sogenannte Zweitwagenregelung ist, dass das Erstfahrzeug mindestens in der Schadenfreiheitsklasse ½ fährt. Weiterhin kann der Zweitwagen nur auf den Versicherungsnehmer oder auf dessen Partner zugelassen werden.

In der Regel gewähren Versicherer bis sieben Jahre nach Beendigung des letzten Versicherungsverhältnisses den Verbleib in der erreichten Schadenfreiheitsklasse. Jedoch können die Regelungen von Versicherer zu Versicherer variieren. So stufen einige Versicherungsgesellschaften die Schadenfreiheitsklasse für jedes Jahr der Vertragsunterbrechung jeweils um eine Klasse zurück. Wer seinen Vertrag nicht länger als sechs Monate unterbricht, wird aber zumeist so behandelt, als hätte es diese Unterbrechung nie gegeben. Auswirkungen auf die Höherstufung in die nächste Schadenfreiheitsklasse sind dann nicht zu befürchten. Sofern Sie mehr als sieben Jahre in keinem Versicherungsverhältnis gestanden haben, werden Sie zumeist in die Klasse 0 – die Klasse der Fahranfänger – eingestuft. Die ehemals von Ihnen erreichte Schadenfreiheitsklasse wird gelöscht.

Übertragung von Schadenfreiheitsklassen   

Grundsätzlich ist die Übertragung von Schadenfreiheitsklassen auf andere Personen möglich. Einige Aspekte müssen jedoch berücksichtigt werden. In der Regel muss zwischen den übertragenden Personen entweder ein Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades oder eine häusliche Gemeinschaft bestehen. Ausnahme: Auch der Arbeitgeber darf Schadenfreiheitsklassen an seine Mitarbeiter abtreten. Voraussetzung ist in beiden Fällen jedoch immer, dass das Fahrzeug regelmäßig vom Empfänger der SF-Klasse gefahren wurde.

Schadenfreie Jahre können nur in der Höhe übertragen werden, die der Empfänger selbst mit der Dauer seines Führerscheinbesitzes hätten „erfahren“ können. Wer fünf Jahre im Besitz eines Führerscheins ist, kann folglich maximal fünf Klassen übertragen bekommen. Besitzt der bisherige Inhaber jedoch die SF-Klasse 8, verfällt der Anspruch auf die restlichen drei Jahre und kann auch nicht von weiteren Personen genutzt werden. Ein Splitting der Schadenfreiheitsklasse ist ausgeschlossen, ebenso wie die Rückübertragung. Der ehemalige Inhaber der Schadenfreiheitsklasse tritt alle Ansprüche unwiderruflich zu Ihren Gunsten ab.

Bei Versicherungswechsel: Versicherer übermitteln aktuelle Daten

Die Dauer der Schadenfreiheit beziehungsweise die Anzahl der verursachten Schäden werden vom Vorversicherer an die neue Versicherungsgesellschaft übermittelt und finden Berücksichtigung bei der Berechnung der Prämie. Gleichbedeutend mit dem Übertrag des bisherigen Schadenfreiheitsrabatts ist dies jedoch nicht. Während die Bestimmung der Schadenfreiheitsklasse einheitlich geregelt ist (SF-Klasse 8 = 8 schadenfreie Jahre), ist die Zuordnung der Beitragssätze zu den SF-Klassen von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich. Die Beitragssätze nennt man Schadenfreiheitsrabatt. Der Schadenfreiheitsrabatt ist maßgeblich für die Höhe der zu zahlenden Versicherungsprämie. Beispiel: Besitzt ein Versicherungsnehmer die SF-Klasse 15, kann der ihm zugewiesene Schadenfreiheitsrabatt bei Versicherer A 35 Prozent, bei Versicherer B hingegen 40 Prozent betragen.

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Text: Verivox
Bild: Klaus Eppele
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