Bild: Biogasanlage

Ökogas

Ökostrom ist vielen Verbrauchern bereits ein Begriff. Sie verbinden damit umweltfreundliche Energie aus Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft. Doch was hat es mit Ökogas auf sich? Viele Gasanbieter haben inzwischen entsprechende Tarife im Angebot. Die Anbieter werben beispielsweise mit Umweltprojekten oder Kooperationen mit Umweltorganisationen für die Ökogas-Tarife. Einige speisen auch Biogas in das Erdgasnetz ein.

Verglichen mit Heizöl ist Erdgas die klimafreundlichere Heizungsart, weil es sauberer verbrennt. Dennoch lässt sich nicht von der Hand weisen, dass bei der Erdgasnutzung eine beträchtliche Menge CO2 in die Atmosphäre entlassen wird. So liegt die jährliche Kohlendioxid-Emission eines Vier-Personen-Haushalts mit einem Verbrauch von 20.000 kWh jährlich bei 4,04 Tonnen.

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Verbranntes Erdgas neutralisieren

Viele Ökogas-Tarife haben nichts mit Biogas zu tun. Die Gasanbieter versprechen hingegen eine Neutralisierung der entstehenden CO2-Emissionen an anderer Stelle. Dies kann auf verschiedenen Wegen geschehen. Einige Gasanbieter kaufen im Rahmen ihrer Ökogas-Tarife beispielsweise CO2-Zertifikate, die die entstandenen Emissionen ausgleichen sollen.

Auch Umweltprojekte sind beliebte Ökogas-Aufhänger, zum Beispiel Baumpflanz-Projekte. Je mehr Kunden den Ökogas-Tarif buchen, desto mehr Bäume will der Versorger irgendwo auf der Welt pflanzen. Die Bäume sollen dazu beitragen, das durch das Erdgas freigesetzte CO2 zu neutralisieren. Andere Gasanbieter gehen für ihre Ökogas-Tarife eine Kooperation mit Umweltschutzorganisationen ein, zum Beispiel dem WWF oder Greenpeace. Gemeinsam mit den Organisationen versprechen die Gasversorger ihren Ökogas-Kunden, dass umweltfreundliche und klimaschützende Projekte vorangetrieben und finanziell unterstützt werden.

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Biogas in Ökogas-Tarifen

Einen direkteren ökologischen Mehrwert bieten Gasanbieter mit Biogas-Tarifen. Sie speisen ihr verkauftes Gas entweder vollständig oder anteilig als Biogas in das Gasnetz ein. Biogas wird aus der Vergärung regenerativer Materialen wie Abfall, Dünger oder Energiepflanzen gewonnen. Biogas besitzt ebenso wie klassisches Erdgas, das meistens gemeinsam mit Erdöl gefördert wird, einen hohen Anteil Methan. Das Methan wird entweder zur Stromerzeugung oder direkt zum Heizen genutzt.

Kritiker monieren, dass auch Dünger und Gülle aus der Massentierhaltung für die Erzeugung von Biogas eingesetzt werden, was dem ökologischen Grundgedanken regenerativer Energien widerspreche – denn dadurch werden viele Treibhausgase freigesetzt. Insgesamt ist die Nutzung von Bioenergie umstritten, da sie auch in Konflikt mit der Nahrungsmittelproduktion steht. Zudem kann der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie Zuckerrohr, Mais oder Soja am Ende zu einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen führen, etwa wenn für die Plantagen Wälder abgeholzt würden.


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