Bild: Marderbiss ©Horst Schmidt/fotolia.com

Marderbiss

Dieser Fall geschieht jedes Jahr hunderttausendfach in Deutschland: Morgens kommt der Autobesitzer zu seinem Fahrzeug, will den Motor starten, und nichts tut sich. Oder es leuchten eine bzw. mehrere Warnlampen im Cockpit bereits nach kurzer Fahrt hektisch auf. Ratlosigkeit macht sich breit, schließlich funktionierte gestern noch alles einwandfrei. Bei einem Blick unter die Motorhaube trifft den Autobesitzer dann der Schlag: Dämmstoffe sind völlig zerfressen, Kabel hängen in Fetzen herunter, es sieht aus wie nach einem Bombeneinschlag. Keine Frage – hier war ein Marder am Werk!

Gerade bei modernen Fahrzeugen mit viel Elektronik verursachen Marderbisse oftmals große Schäden. Während zu Anfang der 80er-Jahre gerade mal eine Hand voll Fälle von Schäden durch Marderbisse bekannt wurden, dokumentierte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) für das Jahr 2011 fast 230.000 Fälle. Der Hintergrund: Gerade Steinmarder haben sich innerhalb der letzten drei Jahrzehnte an die Lebensbedingungen des Menschen gewöhnt und sich entsprechend angepasst. Man findet sie daher immer häufiger auch in stark bewohnten Gegenden.

Warum beißen Marder?

In den Motorräumen von Autos finden Marder ideale Bedingungen vor. Sie dienen als Unterschlupf und Schutz vor Feinden. Der Umstand, dass Marder gerne Kabel und Dämmmaterial anfressen, liegt nicht etwa darin begründet, dass diese Materialien dem Tier so gut schmecken. Der Grund liegt im Revierverhalten der Tiere. Durch das Beißen verteidigen die Marder ihr Revier und machen Artgenossen unmissverständlich klar, dass dies „ihre Baustelle“ ist und andere hier nichts verloren haben. Daher sind auch Fahrzeuge für Marderschäden besonders gefährdet, die nachts nicht immer am gleichen Ort, sondern an verschiedenen Stellen geparkt werden. In diesem Fall können gleich mehrere Marder Anspruch auf dem Motorraum als „ihr Revier“ erheben, und es kommt in der Folge zu besonders heftigen Beißattacken.

Werden Marderschäden durch die Versicherung reguliert?

Marderschäden sind je nach Versicherung in unterschiedlichem Umfang gedeckt. Eine einheitliche Regelung gibt es nicht. Oft decken Autoversicherungen auch nur die direkten Marderschäden ab – das heißt, nur die durchgebissenen Schläuche an sich. Folgeschäden, die durch die Bisse entstehen können, werden dabei ausgeschlossen.

Grundsätzlich gilt: Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt weder direkte Marderschäden noch die Folgen davon ab. Und auch die Teilkaskoversicherung übernimmt die Regulierung der Schäden nicht immer, wenn der günstigste Basistarif gewählt wird. Bei solchen Teilkasko-Tarifen müssen Marderschäden optional hinzuversichert werden, natürlich gegen entsprechenden Aufpreis. Daher kann allen Autobesitzern, die in gefährdeten Gebieten leben (zum Beispiel in kleinen Dörfern auf dem Land, insbesondere an Waldrändern und in der Nähe von Feldern und Naturschutzgebieten), empfohlen werden, sich die Bedingungen ihrer Teilkaskoversicherung genau anzusehen und eventuell die Erweiterung des Versicherungsschutzes auf Marderschäden hinzu zu buchen.

Selbst in der Vollkaskoversicherung sind Marderschäden nicht immer enthalten. Teilweise werden sie auch nur bis zu einer begrenzten Schadenhöhe bezahlt. Auch hier kann sich also ein Blick in die Versicherungsbedingungen lohnen.

Abwehrmaßnahmen gegen Marderbisse

Damit es erst gar nicht zu einem Versicherungsfall durch Marderbiss kommt, empfehlen sich verschiedene Vorsorge- und Abwehrmaßnahmen. Diese Maßnahmen sollten insbesondere zur Paarungszeit der Tiere im Juni und Juli zu Einsatz kommen, in besonders gefährdeten Gebieten können sie aber auch das ganze Jahr über sinnvoll sein.

Unter Umständen kann der Besuch eines Marders am eigenen Fahrzeug schon erkannt werden, bevor es zu größeren Schäden kommt. So finden sich auf Dach, Scheiben und Motorhaube oft die Abdrücke von Pfoten. Auch im Motorraum kommt es häufig zu ersten „verräterischen“ Spuren, zum Beispiel durch zurückgelassene Nahrungsreste des Marders.

Fallen solche Spuren auf, können folgende Vorsorge- und Abwehrmaßnahmen getroffen werden:

Motorwäsche

Die erste Maßnahme bei Verdacht auf einen „Marderbesuch“ sollte in Form einer Motorwäsche erfolgen. Damit werden die Duftmarken, die das Tier hinterlässt, recht zuverlässig entfernt. So kann man zumindest die gefürchteten „Revierkämpfe“ der Marder für eine gewisse Zeit verhindern.

Marderschutzgitter

Marderschutzgitter bestehen in der Regel aus einem Stück Maschendraht, der in einem Rahmen als Holzleisten eingespannt wird. Der Draht hängt bei liegendem Gitter also ein Stück über dem Boden. Der erwünschte Effekt besteht darin, dass der Marder nicht gerne über diesen Untergrund läuft und daher das betreffende Fahrzeug meidet. Klappt allerdings nicht in jedem Fall.

Duftmittel / Anti-Marder-Sprays

Katzen- und Hundeurin, Haare und so weiter – es gibt eine ganze Reihe von Hausmitteln, die den Marder mit ihrem Duft verscheuchen sollen. Das hat auch die Industrie erkannt und bietet entsprechende Duftmittel in Sprühflaschen an. Meist helfen diese aber nur kurzzeitig.

Elektronische Geräte zur Marderabwehr

Inzwischen gibt es eine große Auswahl elektronischer Geräte zur Marderabwehr. Teils arbeiten sie mit Ultraschall, teils mit Hochspannung. Allen Geräten gemein ist: Hoher Preis, zweifelhafter Nutzen. Der Montageaufwand ist in der Regel recht groß.

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