Bild: Autoverkauf ©Marius Graf/fotolia.com

Kurzzeitkennzeichen

Wer ein nicht zugelassenes Fahrzeug überführen oder damit Prüfungs- bzw. Probefahrten durchführen möchte, benötigt zu diesem Zweck ein Kennzeichen, um am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen zu dürfen. Genau dafür ist das Kurzzeitkennzeichen nach § 16 Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) vorgesehen. Das Kennzeichen darf nur an einem Fahrzeug verwendet werden und wird für einen Zeitraum von maximal fünf Tagen erteilt. Es muss – anders als beispielsweise das rote Händlerkennzeichen – nicht an die Zulassungsstelle zurückgegeben werden.

Optische Merkmale des Kurzzeitkennzeichens

Das Kurzzeitkennzeichen besteht aus dem Kürzel des Zulassungsbezirks und einer Zahlenfolge. Zusätzlich besitzt es am rechten Rand ein gelb unterlegtes Feld, auf dem der Ablauftag durch drei untereinander eingeprägte Zahlen vermerkt ist. Wie bei einer gewöhnlichen Datumsangabe handelt es sich hierbei um den Tag, den Monat und das Jahr.

Ein weiteres Merkmal des Kurzzeitkennzeichens sind die fehlenden Plaketten für Haupt- und Abgasuntersuchung. Es besitzt lediglich die Plakette des jeweiligen Zulassungsbezirks. Auch das blaue Euro-Feld am linken Rand fehlt bei diesem Kennzeichen.

Voraussetzungen zum Erhalt

Grundsätzlich kann ein Kurzzeitkennzeichen nur dann zugeteilt werden, wenn ein konkreter Bedarf besteht. Bei der Beantragung für ein einzelnes Fahrzeug muss dieser Bedarf in der Regel nicht nachgewiesen werden, bei mehreren dagegen meist schon. Des Weiteren muss das entsprechende Fahrzeug in einem verkehrssicheren Zustand sein. Ein Nachweis darüber ist auf Anfrage zu erbringen.

Beantragung & Kosten

Um ein Kurzzeitkennzeichen beantragen zu können, müssen ein gültiger Personalausweis oder Reisepass (+ Meldebestätigung) sowie eine eVB-Nummer als Versicherungsbestätigung vorgelegt werden. Erfolgt die KFZ-Zulassung und wird das Kennzeichen erteilt, fällt eine bundesweit einheitliche Gebühr in Höhe von 13,10 Euro an. Diese setzt sich aus folgenden Bestandteilen zusammen:

  • 10,20 Euro für die Zuteilung
  • 2,60 Euro für das Kraftfahrtbundesamt
  • 0,30 Euro für die Plakette

Hinzu kommen außerdem die Kosten für die Herstellung der Kennzeichen (10.- bis 30.- Euro pro Paar) und die Versicherungskosten. Letztere betragen je nach Umfang zwischen 35.- und 150.- Euro. Manche Versicherer bieten ihren Kunden an, die Kosten für die KZK-Versicherung im späteren Vertrag zu verrechnen. Steuern fallen für die Kurzzeitzulassung hingegen nicht an.

  • eVB-Nummer

    eVB-Nummer

    Detaillierte Informationen zur eVB-Nummer für Fahrzeuge mit Saison-, Wechsel- und Kurzzeitkennzeichen.

    eVB-Nummer

Neuregelung der Vergabe von Kurzzeitkennzeichen im November 2012

Nachdem die Kurzzeitkennzeichen seit ihrer Einführung zunehmend dazu missbraucht wurden, die Identität des Fahrzeugs im Rahmen von Straftaten zu verschleiern, fasste der Bundesrat im Sommer 2012 den Beschluss zur grundlegenden Überarbeitung der Vergaberichtlinien. Die Auswirkungen: Seit 1. November 2012 muss das Kurzzeitkennzeichen zwingend im jeweiligen Zulassungsbezirk beantragt werden. Dadurch soll der „internationale Handel“ mit deutschen Kurzzeitkennzeichen unterbunden werden.

Allerdings ergeben sich hieraus neue Probleme. Möchte ein Käufer in einem anderen Zulassungsbezirk ein Fahrzeug erwerben und dieses gleich mitnehmen, so müsste er zuvor in seinem Heimatbezirk das Kennzeichen beantragen. Dies ist jedoch kaum möglich, wenn der Kauf des Fahrzeugs im Voraus nicht eindeutig feststeht. Um es den Verbrauchern einfacher zu machen, bieten die Zulassungsstellen einiger Bundesländer gegenseitige Amtshilfe an, so dass ein Anruf bei der Behörde am Heimatort genügt, um direkt vor Ort ein Kurzzeitkennzeichen zu erhalten. Flächendeckend durchgesetzt hat sich diese Praxis jedoch bis heute noch nicht.

Verwendung von Kurzzeitkennzeichen im Ausland

Immer wieder hat die Verwendung von Kurzzeitkennzeichen im Ausland in der Vergangenheit zu Problemen geführt. Der Grund: Nationale Zulassungsdokumente werden gemäß des Internationalen Abkommens über den Straßenverkehr im Ausland zwar anerkannt, allerdings handelt es sich genaugenommen bei einem Kurzzeitkennzeichen und dem entsprechenden Fahrzeugschein nicht um offizielle Zulassungsdokumente. Insbesondere aus Italien sind diesbezüglich schon einige Fälle bekannt geworden, in denen Fahrzeuge wegen fehlender Zulassung beschlagnahmt wurden und anschließend extrem teuer wieder ausgelöst werden mussten. Auch in Schweden werden deutsche Kurzzeitkennzeichen inzwischen nicht mehr anerkannt.

Und auch mit den deutschen Behörden kann es Probleme bei der Verwendung von Kurzzeitkennzeichen im Ausland geben. Da es sich bei der Vergabe um einen nationalen Verwaltungsakt handelt, gilt die Anbringung an ein im Ausland befindliches Fahrzeug als unerlaubte Fernzulassung.

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