Bild: Hand hält Pflanze ©Christian Malsch/fotolia.com

Erneuerbare Energien

Wer von "erneuerbaren" oder auch "regenerativen" Energien spricht, meint damit normalerweise Energieträger aus nachhaltigen Quellen. Sie stehen im Gegensatz zu fossilen Energieträgern wie Öl, Kohle und Gas mehr oder weniger unbegrenzt zur Verfügung. Da fossile Energieträger teuer sind, irgendwann zur Neige gehen und bei der Verbrennung umweltschädliche Emissionen verursachen, ist der Umstieg auf Erneuerbare Energien sinnvoll. Weltweit bemühen sich Menschen, dieses politische Ziel umzusetzen.

Erneuerbare Energien haben bisher nur geringen Anteil

Der Weg zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist noch sehr weit. Das zeigt eine Auswertung des Energiekonzerns BP: Im Jahr 2014 deckten fossile Energieträger noch 86 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Die Erneuerbaren Energien machten nur etwa 9 Prozent aus. Die restlichen 5 Prozent wurden aus Atomenergie gewonnen.

Da der Weltenergiebedarf unaufhaltsam steigt, muss der Anteil der Erneuerbaren Energien kräftig ausgebaut werden. Nur so kann der Klimawandel verlangsamt und die immer größer werdende Zahl von Menschen ausreichend mit Energie versorgt werden.

Erneuerbare Energien: Welche Energieträger sind gemeint?

Zu den Erneuerbaren Energien zählen Windenergie, Wasserkraft, Sonnenenergie, Erdwärme und Biomasse. Den größten Anteil an der Energieversorgung hat aktuell die Wasserkraft. Sie macht weltweit fast 75 Prozent an Erneuerbaren Energien aus. Wasserkraftwerke haben bereits eine lange historische Tradition. Neuer ist die Nutzung von Meeresenergie. Dabei werden Meeresströmungen, Gezeiten und Wellen zur Energiegewinnung genutzt.

Die Nutzung von Biomasse ist vor allem in weniger industrialisierten Ländern weit verbreitet, doch auch der Anbau von Energiepflanzen wird im großen Stil vorangetrieben. Windräder werden sowohl an Land als auch auf hoher See aufgestellt und ständig weiterentwickelt. Solar-Anlagen gehören trotz sinkender Kosten nach wie vor zu den teuren Varianten der Nutzung von Erneuerbaren Energien.

Erneuerbare Energien in Deutschland

In Deutschland läuft der Umstieg auf Erneuerbare Energien seit einigen Jahren unter dem Begriff „Energiewende“. Besonders bekannt ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das im Jahr 2000 in Kraft getreten ist und die Förderung von Ökostrom regelt. Vor allem im Bereich Stromerzeugung hat sich die Landschaft in Deutschland seither stark gewandelt. Laut dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat sich der Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch dadurch von 6 Prozent im Jahr 2000 auf 27 Prozent im Jahr 2014 erhöht.

Diese Zahlen beziehen sich jedoch nur auf den Bereich der Stromerzeugung. Erneuerbare Energien sind aber auch bei den Themen Verkehr und Heizung wichtig. Die Fahrzeug-Flotte auf Erneuerbare Energie umzustellen, wird ein großes Unterfangen. Elektroautos, die mit Strom aus regenerativen Quellen aufgeladen werden, sind hier die einzige Möglichkeit. Hier gibt es noch viel zu tun. Im Bereich Heizung wird auch von „Erneuerbarer Wärme“ gesprochen. Der Großteil der Gebäude in Deutschland wird nach wie vor mit fossilen Brennstoffen beheizt. Für Neubauten gelten mittlerweile strenge Bestimmungen und ein Mindestanteil an Erneuerbaren Energien wird vorgeschrieben. Beim alten Gebäudebestand spielt neben dem Einsatz nachhaltiger Energiequellen auch die Dämmung eine große Rolle.

Damit Deutschland sein Klimaziel – im Jahr 2020 insgesamt 40 Prozent weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 – erreicht, müssen die Bereiche Strom, Verkehr und Heizung gleichermaßen berücksichtigt werden. Ob jemals eine komplette Umstellung auf Erneuerbare Energien gelingen wird, ist derzeit noch nicht abzusehen.

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Text: Verivox
Bild: Christian Malsch
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