Versicherungen für Handys - sinnvoll oder unnötig?
Ein teures Smartphone wie beispielsweise das iPhone zu besitzen, erfüllt so manchen Handybesitzer mit Stolz. Umso ärgerlicher ist es, wenn das Statussymbol kaputt oder verloren geht. Der Mobilfunkvertrag, über den die Handys oft finanziert werden, läuft weiter. Doch das Handy ersetzen die Provider natürlich nicht ohne weiteres. Allerdings bieten einige Handyanbieter ihren Kunden Versicherungen fürs Handy an. Verbraucherschützer halten derartige Policen jedoch meist für überflüssig.
Handyversicherung bei Vodafone
Laut Vodafone aber wird diese Offerte sehr gut angenommen. Besonders seien es Geschäftskunden, die beispielsweise ihre teuren Blackberrys versichern lassen, sagt Carmen Hillebrand, Pressesprecherin von Vodafone in Düsseldorf. Der Netzbetreiber bietet die Police seit Ende 2008 in Zusammenarbeit mit einem Versicherer an. Die Leistungen sind übersichtlich: schnellstmöglicher Handyersatz im Schadensfall oder bei Diebstahl. Ausgeschlossen von der Versicherung sind Schäden durch natürliche Abnutzung, Verschleiß, Alterung, Schäden durch Vorsatz sowie verlorene oder liegengelassene Handys. Die Versicherung kostet monatlich 4,95 Euro. Hinzu kommt eine Selbstbeteiligung von 30 Euro im Schadensfall.
Handyversicherung bei T-Mobile
Auch bei T-Mobile kann der Kunde sein Handy versichern lassen. Die Versicherung greift unter anderem bei Schäden, die durch einen Sturz verursacht werden, aber auch bei Schäden durch Frost oder Sturm, Brand oder Blitzschlag. Wie hoch der monatliche Beitrag zur Versicherung ist, hängt vom Wert des Telefons ab.
"Versicherungen sind dafür da, Existenzen zu schützen"
Hans Fluhme, Jurist bei der Verbraucherzentrale in Hamburg, findet das Modell der Handyvermietung grundsätzlich nicht schlecht: "Es hängt eben von den Konditionen im Einzelnen ab". In dem Angebot sehe er aber keinen besonderen Vorteil. Der Kunde habe schließlich ohnehin zwei Jahre Gewährleistung auf sein neues Handy. Die Vorteile von Handyversicherungen sind also überschaubar.
Für völligen "Quatsch" hält Edda Castelló von der Verbraucherzentrale in Hamburg die Versicherung für Handys: "Versicherungen sind dafür da, Existenzen zu schützen". Derjenige, der sein Handy versichert hat und dann berufsunfähig wird, würde sich ärgern, dass er nicht lieber zehn Euro mehr für eine Berufsunfähigkeitsversicherung ausgegeben habe.
Viele Verbraucher würden eine falsche Vorstellung davon haben, was eine wichtige Versicherung ist, meint Castelló. Selbst wenn die Wahrscheinlichkeit relativ hoch ist, dass ein bestimmter Schaden eintritt, sei das noch kein Argument für eine entsprechende Versicherung. "Viel nötiger ist es, sich gegen das zu versichern, was jemanden finanziell ruinieren kann." Wenn der Kunde die Prämien einer Handyversicherung zur Seite lege, könne er sich auch im Fall des Falles ein neues Mobiltelefon kaufen - notfalls eine Nummer kleiner.

