Tipps zur Abwehr der E-Mail-Flut aus dem Netz
- 1 | Oft reicht es, Infos aus dem Netz einfach nur zu überfliegen
- 2 | Mit einer klaren Auswahl die Informationsflut eindämmen
- Umfrage: 95 Prozent aller E-Mails sind Spam
- Internetnutzer haben im Schnitt drei E-Mail-Adressen
- Datenschützer fordern härteres Vorgehen gegen E-Mail-Flut
- E-Mails sollten nur verschlüsselt und signiert versendet werden
- Spam-Schutz: E-Mail-Adresse auf Webseiten codieren
- Mit RSS-Feeds stets auf dem neuesten Stand
In der Regel freut man sich über E-Mails: Freunde schicken Grüße, oder man wird über spannendes Neues informiert. Sind es aber gleich 30 Mails am Morgen, oder vermeldet der Laptop im Minutentakt den Eingang einer Nachricht, geht vielen neben dem Überblick auch die Aufmerksamkeit verloren. Stress ist rasch die Folge davon. Doch die Informationsflut nicht nur aus dem Mail-Fach, sondern aus dem Netz überhaupt, lässt sich bewältigen - durch Auswahl und Einschränkung.
Informationen sortieren und selektieren
Was bedeutet das - erst einmal bezogen aufs Mail-Fach? Nicht jeder Newsletter muss gleich gelesen werden, nicht jede Mail gehört sofort beantwortet, sagt Michael Ziegelmayer vom Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin. Besser sei es, die Infos zu organisieren. Nutzer können dafür Unterordner anlegen, in die sie Mails nach Dringlichkeit sortieren, um sie später gebündelt durchzusehen. "Wichtiges wird so von weniger Wichtigem unterschieden".
Grundsätzlich ist vor allem derjenige schnell überfordert, der jede Neuigkeit aus dem Web mitbekommen will. "Aufgrund der großen Informationsmenge ist das aber prinzipiell gar nicht möglich", sagt Ziegelmayer - und rät daher zu Gelassenheit. Die konzentrierte Aufmerksamkeit sei ohnehin eng begrenzt: Nur etwa ein Fünftel der am Monitor verfolgten Inhalte erreichen das Bewusstsein. Davon wiederum wird nur ein Bruchteil im Gedächtnis gespeichert.
Auch Prof. Sabine Trepte betont: Jeden potenziell interessanten Web-Inhalt konzentriert zu lesen, das geht nicht - und es ist auch gar nicht nötig: Oft reiche es, einige Infos zu überfliegen. "Das ist Teil des Selektionsprozesses", sagt die Medienpsychologin von der Hamburg Media School. Es gehe darum, ein bestimmtes Info-Spektrum auszuwählen - "ähnlich wie beim Fernsehen, wo der Zuschauer sich aus über 30 Kanälen das gewünschte Programm herausfiltert".
Definierte Ziele verfolgen
Entscheidend ist, zu wissen, welches Ziel man eigentlich verfolgt, sagt Prof. Trepte. Kommt es einem Anwender vor allem auf politische Hintergrundinformationen an, fahre er in der Regel gut, wenn er sich auf zwei, drei sorgfältig ausgewählte Portale beschränkt. Wer sich täglich über das allgemeine Weltgeschehen auf dem Laufenden halten will, kann sogar auf nur eine Quelle des Vertrauens zurückgreifen.

