Smartphones: Worauf man bei den Alleskönnern achten sollte
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Multimedia-Handys, sogenannte Smartphones, geben dem Mobilfunkmarkt einen riesigen Schub. Im laufenden Jahr rechnet der Branchenverband BITKOM erstmals mit mehr als zehn Millionen verkauften Geräten. Demnach steigt der Absatz der kleinen Alleskönner voraussichtlich um 39 Prozent. Damit wird jedes dritte neue Mobiltelefon ein Smartphone sein, so die Prognose. Bei den Betriebssystemen hat der Nutzer die Qual der Wahl. Besonders im Aufwind ist derzeit Googles Android.
Laut einer Analyse des Marktforschungsunternehmens comScore legte Android beim Marktanteil zwischen November 2009 und 2010 um neun Prozent zu, Symbian dagegen büßte fast elf Prozent ein. Markus Eckstein vom Fachmagazin "connect" weiß auch, warum: "Da gibt es im Gegensatz etwa zu Symbian schon jetzt einen guten, prall gefüllten Softwareshop." Vom Internet-Browser über die Navigationssoftware bis hin zur Finanzverwaltung reicht die Auswahl, wobei fast alle Programme kostenlos sind. "Bei Apple sind die Nutzer wohl noch eher bereit zu zahlen, bei Android eher nicht so."
Auf Datenoption achten
Umsteigern von einem normalen Handy empfiehlt der Experte, vor dem Kauf eines Smartphones ihren Vertrag genau zu prüfen. Denn bei vielen bestehenden Kontrakten sei kein Datenvolumen enthalten, was teuer werden könne: "Viele stellen den Vertrag nicht um und bekommen dann für Internetverbindungen eine Riesenrechnung." Denn viele Anwendungen holten ihre Informationen aus dem Internet und sorgten somit für Datentransfergebühren - auch solche, bei denen dies auf den ersten Blick gar nicht offensichtlich sei, sagt Eckstein.
Hat man den passenden Vertrag, geht es an die Auswahl des Geräts. Internetversender bieten teilweise schon Modelle für unter 100 Euro ohne Vertrag an. Eckstein mahn allerdings zur Vorsicht: "200 Euro sollte man schon ausgeben. Alles, was viel günstiger ist, taugt nicht viel." Wer eine Alternative zu Apples iPhone suche, müsse für Geräte wie das Samsung Galaxy S oder das Motorola Milestone 2 mit eingebauter Tastatur mindestens 400 Euro investieren.
Dazwischen gebe es eine große Bandbreite, abhängig von den individuellen Anforderungen. Eckstein empfiehlt Nutzern als Mindestausstattung WLAN, Bluetooth, integriertes GPS und ein Display mit einer Auflösung von mindestens 320 mal 480 Pixeln. "Wer viel Musik hören will, kommt wohl im Gegensatz zu jemandem, der das Smartphone als besseren Organizer nutzt, nicht mit acht Gigabyte Speicherkapazität aus." Vom individuellen Geschmack abhängig sei auch, ob der Nutzer eine hochwertige Foto- und Videofunktion brauche. "Wenn es nur für YouTube reichen soll, gibt es durchaus Geräte, die brauchbar sind", sagt Eckstein.
Kleine Nachteile im Komfort
In jedem Fall müssten Android-Nutzer im Vergleich zu iPhone-Besitzern kleine Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, denn die Synchronisation etwa des Terminplaners oder der Kontakte zwischen PC und Smartphone via USB funktioniere nicht automatisch. Zwar legten die Hersteller dem Handy oftmals eine entsprechende Software bei, dies sei aber nicht bei allen Geräten der Fall.
Bei der Installation zusätzlicher Software müsse man außerdem im Blick behalten, welche Informationen man von sich preisgeben wolle. "Man muss sich im Klaren darüber sein, dass einige Anbieter von Software auf diesem Wege auch Daten sammeln", warnt der Experte. Die Anfragen, ob das Programm etwa den derzeitigen Standort des Handy-Besitzers weiterleiten darf, lassen sich aber häufig abschalten.
In der Februar-Ausgabe (2011) hat "Connect" Smartphones bis 200 Euro getestet. Von den Geräten mit Android-System überzeugte dabei speziell das Motorola Flipout. Es bietet ein 2,8 Zoll Display, eine ausklappbare Tastatur und eine 3-Megapixel-Kamera mit passender Bildbearbeitungssoftware. Der 2-GB-Speicher ist erweiterbar auf 32 GB. Eckstein erwartet, dass speziell das Angebot von Geräten in der Preisklasse zwischen 100 und 200 Euro wachsen wird. Allgemein prognostiziert er fallende Preise für die Smartphones. Ganz anders sieht das der Branchenverband BITKOM. Nach dessen Prognose werden die Durchschnittspreise im kommenden Jahr lediglich um fünf Euro sinken. "Die Preise für Smartphones sind weitgehend stabil", sagt Präsidiumsmitglied René Schuster.

