Handystrahlung - schädlich oder nicht?

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Bild: Kinder mit Handys


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Bei der Frage nach der gesundheitlichen Belastung durch Handystrahlung spalten sich die Lager. Die Kritiker weisen auf gesundheitliche Risiken hin und warnen vor leichten Beeinträchtigungen bis hin zu Leukämie, Hirntumor und Schädigung des Erbguts. Dem gegenüber stehen die Mobilfunkanbieter und andere Befürworter, die ein gesundheitliches Risiko für gering halten oder vollkommen ausschließen.

Fakt ist, dass die Akzeptanz des Mobiltelefons in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen hat. Hatten 1998 nur circa 8 Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren ein Handy, so sind es inzwischen 95 Prozent (Analyse: Media Perpektiven).

Langzeitwirkungen noch nicht hinreichend untersucht

Der Mobilfunk, wie wir ihn heute kennen, existiert erst seit knapp 15 Jahren . Deshalb konnten Langzeitwirkungen noch nicht erforscht werden. Diese werden jedoch nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Dagegen konnte bereits widerlegt werden, dass man Symptome wie Kopfschmerzen oder direkte Beeinträchtigungen nach dem Telefonieren weder auf die erlittene Handystrahlung noch auf die in der Nähe befindliche Funkantenne zurückführen kann. Bewiesene Kurzzeitschädigungen sind nicht bekannt. Eine Vielzahl an Studien konnte bisher keine gesundheitliche Beeinträchtigung durch Handystrahlungen nachweisen. Weder der gesunde Schlaf noch die allgemeine Gesundheit sind nach aktuellem Forschungsstand gefährdet.

Eine Expertengruppe der Internationalen WHO-Agentur für Krebsforschung IARC in Lyon kam jedoch nun nach einer umfassenden Studie zu dem Ergebnis, dass Handystrahlung "möglicherweise doch krebserregend" ist. Die 31 Fachleute aus 14 Ländern hatten dazu "nahezu sämtliche verfügbaren wissenschaftlichen Belege" ausgewertet. Dabei ging es um hochfrequente elektromagnetische Strahlung, wie sie von Handys, aber auch von Rundfunk und Radar benutzt wird. Ein Krebsrisiko durch Handys kann demnach nicht ausgeschlossen werden. "Es ist im Moment nicht eindeutig belegt, dass die Nutzung von Mobiltelefonen Krebs bei Menschen auslösen kann", erläuterte Kurt Straif, Vorsitzender des Monografien-Programms der IARC.

Dennoch entschlossen sich die Fachleute zur Einstufung der Strahlung als "möglicherweise krebserregend" ("possibly carcinogenic"), da es begrenzte Hinweise auf ein erhöhtes Auftreten bestimmter Hirntumore (Gliome) bei Intensiv-Handynutzern gebe. Auf welche Weise die Strahlung Krebs auslösen könnte, ist ungeklärt. "Die Mechanismen bleiben eine offene Frage. Das Ergebnis bedeutet, dass es ein Risiko geben könnte, und wir müssen deshalb genau nach einer Verbindung zwischen Mobiltelefonen und Krebsrisiko Ausschau halten." Weitere Studien sind somit nötig, auf deren Grundlage das Krebspotenzial der Strahlung in einigen Jahren erneut bewertet werden soll.

Auf Strahlungswerte achten

Ein Restrisiko besteht dennoch. Denn von all den Fakten ausgenommen sind gesundheitliche Schäden, die sich durch eine Dauerbelastung über mehrere Jahrzehnte herausbilden könnten. Aus diesem Grund sollte man auf jeden Fall vorbeugend reagieren, sich eine unnötige Dauerbestrahlung ersparen und auch bei den Mobilfunkgeräten genau auf die ausgewiesenen Strahlungswerte achten.


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