Flüssiges Erdgas (LNG)
Erdgas kann nicht nur über Pipelines, sondern auch im verflüssigten Zustand transportiert werden. "LNG" (Liquefied Natural Gas) wird hergestellt, indem Erdgas auf über -160 Grad Celsius abgekühlt und verflüssigt wird. Das Volumen des Erdgases wird so um das 600-fache abgesenkt. In verflüssigter Form ist das Erdgas nicht giftig und kann auch nicht explodieren. Wenn es jedoch an der Luft verdunstet und diese einen Anreicherungsgrad von 5 bis 15 Prozent erreicht, ist es sehr leicht brennbar.
Der große Vorteil von flüssigem Erdgas ist, dass es mit Tankschiffen transportiert werden kann. Dieser Transport ist im Vergleich zum Gastransfer per Pipeline allerdings sehr viel teurer und rechnet sich erst ab Distanzen von über 3000 Kilometern.
Viele Politiker und Energieexperten erhoffen sich dennoch eine Verringerung der Abhängigkeit von traditionellen Gaslieferanten durch diese Transportmöglichkeit. Während Pipelines die Exporteure und Importeure von Erdgas relativ fest miteinander verbinden, kann verflüssigtes Erdgas ähnlich wie Erdöl mit Tankschiffen überall hin transportiert werden. Durch diesen flexibleren Handelsweg lassen sich eine sehr viel größere Zahl von Verkäufern und Käufern miteinander verbinden.
Der Handel mit verflüssigtem Erdgas nimmt weltweit zu. Die wichtigsten Exportländer im Jahr 2007 waren Qatar, Malaysia und Indonesien, die größten Importeure im gleichen Zeitraum waren Japan, Südkorea und Spanien. In den kommenden Jahren werden viele weitere Förderstätten, größere Tankschiffe und Entladeterminals in Betrieb genommen. So soll im Jahr 2011 die Entladungsstation "Gas Access to Europe" (Gate) in Rotterdam, an deren Bau auch die deutschen Konzerne RWE und E.ON beteiligt sind, den Dienst aufnehmen.
In Deutschland selbst gibt es noch keinen Terminal, an dem das flüssige Erdgas wieder in den gasförmigen Zustand überführt und weitertransportiert werden kann. Der Bau eines solchen Erdgas-Terminals in Wilhelmshaven ist bereits seit über 30 Jahren geplant, wird jedoch immer wieder verschoben.

