Der intelligente Stromzähler spürt Energiefresser auf
Für Unternehmen und Betriebe sind die elektronischen Stromzähler nichts Neues. Nun sollen auch im Privathaushalt die Zeiten des Drehzählers vorbei sein und der Stromverbrauch in Echtzeit angezeigt werden. Die Energieversorger können bei ihren Projekten auf Unterstützung aus Berlin rechnen: Denn laut Energiewirtschaftsgesetz ist der Einbau "intelligenter Stromzähler" (Smart Meter) von 2010 an in Neubauten und Totalsanierungen Pflicht, für Altbauten muss er zumindest angeboten werden.
Während der traditionelle Drehzähler verbrauchte Kilowattstunden addiert und zwischen Zeiten oder Tarifen in der Regel nicht unterscheidet, misst der neue Zähler detailliert, wann wie viele Kilowattstunden verbraucht wurden. Hierfür wird alle zwei Sekunden die Leistung sämtlicher elektrischer Geräte im Haushalt gemessen - egal ob Kühlschrank, Hifi-Anlage, Toaster oder Fernseher. Diese Daten werden dann von dem Zähler entweder per Stromleitung, UMTS oder DSL-Router an den Stromanbieter und den Verbraucher selbst gesendet. So hat man anhand seines Rechners den Stromverbrauch rund um die Uhr im Blick - nicht nur von zu Hause aus, sondern über Internet auch weltweit. Auch Rechnungen können so monatlich statt jährlich erstellt werden.
Der Stromverbrauch kann so als Kurvendiagramm mit einer Zeitachse dargestellt werden. Wird das Licht angeknipst, schlägt die Kurve wie bei einem Aktienindex aus. So kann man sehen, wann und wofür Strom verbraucht wird und kann so den Stromverbrauch gezielt steuern. Gleichzeitig wird deutlich, welche Geräte wirklich viel Strom verbrauchen und wie man mit diesen Stromfressern am sparsamsten umgeht. In einem Pilotprojekt der EnBW konnte so laut Angaben des Konzerns jeder dritte Pionier seinen Stromverbrauch während der Testphase um mehr als zehn Prozent senken.
Auch der Stromversorger zieht seine Vorteile aus dem neuen Zähler. Denn die Verbrauchsdaten werden auch an den Stromanbieter gesendet und aufbereitet. Jede Viertelstunde bekommt das Unternehmen dadurch eine Übersicht, wie viel Strom verbraucht wird und kann dementsprechend kalkulieren.Gleichzeitig kann der Versorger die Stromversorgung bei Zahlungsverzug nun per Knopfdruck unterbrechen - die Verhängung von Stromsperren wird weniger kostenintensiv.
In der Zukunft soll der intelligente Stromzähler auch den Stromverbrauch einzelner Geräte nachweisen können. Ist niemand zuhause und ein Gerät läuft unnötig, soll der Stromzähler dann eine SMS an das Handy des Verbrauchers senden und auf den sinnlosen Verbrauch hinweisen.

