Der deutsche Gasmarkt

Verivox, dpa
Bild: Ferngasleitung

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Erdgas ist nach Erdöl der zweitwichtigste Energieträger in Deutschland. Im Jahr 2010 wurde der deutsche Erdgasbedarf zu 89 Prozent aus Importen und zu 11 Prozent aus heimischen Vorkommen gedeckt. Das deutsche Erdgas stammt im Wesentlichen aus Niedersachsen. Die größten Lieferanten aus dem Ausland sind:

  • Russland: 32 Prozent
  • Norwegen: 29 Prozent
  • Niederlande: 22 Prozent
  • Dänemark und Großbritannien: 6 Prozent

Der Ferngashandel

Die überregionalen Ferngasunternehmen gewinnen Erdgas in Deutschland und importieren Gas aus dem Ausland. Die Unternehmen verkaufen das so gewonnene Gas entweder an andere Weiterverteiler oder beliefern direkt den Endverbraucher. Zu diesen überregionalen Ferngasgesellschaften gehören E.ON Ruhrgas, Shell, Exxon, VNG, RWE, Wingas und Erdgas Münster.

Auf der nächsten Verteilerstufe stehen regionale Ferngasgesellschaften, die nicht selbst Erdgas fördern oder importieren, sondern von den überregionalen Ferngasunternehmen einkaufen und an örtliche Gasversorger weiterverkaufen. Zu diesen Unternehmen gehören etwa die Gasversorgung Südwest (GVS), Bayerngas, Gasunion, EWE, Saar Ferngas, Ferngas Nordbayern (FGN) sowie die Erdgasversorgungsgesellschaft Thüringen-Sachsen (EVG). Diese Ferngasgesellschaften beliefern die rund 750 Gasanbieter in Deutschland, auf die ein Großteil der Versorgung von privaten und gewerblichen Gaskunden entfällt.

Die Marktgebiete

Die deutschen Gasnetze sind in Marktgebiete unterteilt, die separat voneinander geführt werden. In diesen Marktgebieten wird entweder „H-Gas“ oder „ L-Gas“ transportiert. L-Gas kommt aus den Niederlanden und Norddeutschland und hat einen geringeren Brennwert als das aus der Nordsee und den GUS-Staaten stammende H-Gas.

Jedes Marktgebiet stellt einen eigenen „Bilanzkreis“ dar, zu dem überregionale Gasanbieter jeweils Zugang erlangen müssen. Möglichst wenige Marktgebiete gelten als Voraussetzung für mehr Wettbewerb und niedrigere Gaspreise, weil so die Bedingungen für einen Gaslieferantenwechsel vereinfacht werden und neue Anbieter einen einfacheren Marktzugang erhalten.

Während die Gaswirtschaft ursprünglich auf die Einrichtung von 28 unterschiedlichen Gas-Marktgebieten gedrängt hatte, ist die Bundesnetzagentur dazu entschlossen, die Zahl der Gasmarktgebiete so weit wie möglich zu reduzieren (derzeit gibt es noch sechs Marktgebiete).



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