Beim Chatten ist Vorsicht geboten - insbesondere für Kinder

dpa | 17.11.2010
Bild: Pärchen vor Laptop


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Berlin - Für viele Kinder und Jugendliche vergeht kein Tag ohne Internet. Chatrooms sind bei den jungen Internetnutzern besonders beliebt: Dort können sie sich mit Gleichaltrigen und Gleichgesinnten austauschen und plaudern. Doch im Chat lauern auch Gefahren, weshalb Kinder und Eltern sich wappnen sollten.


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Müssen beim Chatten Regeln eingehalten werden?

Ja. Für alle Kommunikationsdienste gelten die gleichen Gesetze wie im realen Leben. Also müssen auch im Internet Straf- und Jugendschutzgesetze eingehalten werden.

Was heißt das konkret?

Es ist verboten, andere zu beleidigen. Schimpfwörter wie "Drecksau" sind tabu, auch zu Gewalt gegen Bevölkerungsgruppen oder Einzelne aufzurufen oder Nazikennzeichen zu benutzen wie "Heil Hitler". Die Internetseite "Chatten ohne Risiko" beschreibt diese Punkte sehr ausführlich. Verboten ist auch das Senden von pornografischen oder gewaltverherrlichenden Filmen, Bildern und Texten. Es ist verboten, Minderjährige sexuell zu belästigen oder gar einen Missbrauch vorzubereiten. Wichtig ist darüber hinaus auch, dass jeder das Recht am eigenen Bild hat. Das heißt, nur weil jemand ein Bild von einem Freund geschossen hat, darf er es noch lange nicht ohne dessen Zustimmung publizieren.

Was sollten junge Chatter als Erstes tun?

Kinder sollten sich mit ihren Eltern hinsetzen und ihnen eventuell zeigen und erklären, was sie eigentlich tun möchten. Dann können sich Eltern und Kinder auf bestimmte Regeln beim Chatten einigen. Dazu rät Kristine Kretschmer vom Verein Seitenstark. Genauso wie Kinder nicht zu jeder Zeit aus dem Haus dürfen, sollten sie auch nicht jederzeit chatten dürfen, sondern nur zu bestimmten Zeiten. Eltern sollten ihren Kinder auch klarmachen, dass sie immer für sie da sind.

Wie sehen die Chatregeln aus?

Auch und gerade Kinder sollten stets ihre persönlichen Daten schützen. Das heißt, sie dürfen nie ihren wirklichen Namen preisgeben, sondern sich einen lustigen oder kreativen Spitznamen (Nickname) einfallen lassen. Ebenfalls gilt: Niemals die Adresse von zu Hause oder der Schule oder Freunden nennen, nie die eigene Telefonnummer herausgeben und niemals Fotos oder Filme senden. Darüber hinaus sollten sich Kinder und Jugendliche nie mit Chatpartnern im wirklichen Leben treffen, warnt Kretschmer.

Lässt sich die Sicherheit beim Chatten oder in sozialen Netzwerken mit technischen Mitteln steigern?

In jedem Chatraum können bestimmte Einstellungen vorgenommen werden, die die Sicherheit beim Plaudern erheblich steigern. Man kann zum Beispiel bestimmen, dass nur die eigenen Freunde angezeigt werden und Kontakt aufnehmen können. Und man kann außerdem die Einstellung setzten, dass man bei einer Kontaktanfrage zustimmen muss, bevor jemand auf die Freundesliste kommt, empfiehlt Veith Schliemann von der Opferschutzorganisation Weisser Ring. Auch das Blocken von Kontakten ist oft möglich. Geblockte Kontakte können einem nicht mehr schreiben und sehen auch nicht, ob man online ist. Bei den Einstellungen sollte man auch darauf achten, dass man kein echtes Foto von sich als Profilbild nimmt, sondern ein Symbolbild.

Gibt es Unterschiede bei den Chatrooms?

Ja. Es gibt viele kontrollierte Seiten und Chats für Kinder, die sicher sind. Das fängt an bei Suchmaschinen für Kinder wie "Blinde Kuh" oder geht bis hin zu Chatrooms wie "Seitenstark". Dort können Kinder und Eltern sicher sein, dass nach bestimmten Regeln gechattet wird. Bei "Seitenstark" gibt es im Chat zum Beispiel zwei Moderatoren. Einer, der den Kindern bei Fragen zur Verfügung steht und ein anderer, der die Chatbeiträge der Kinder liest und darauf achtet, dass die Regeln eingehalten werden. Nur wenn ein Beitrag in Ordnung ist, veröffentlicht ihn der Moderator auch.

Was sollte man tun, wenn einem beim Chatten etwas komisch vorkommt?

Sofort melden: In vielen Chatrooms gibt es einen sogenannten Alarmbutton, den man anklicken kann. Außerdem können sich die Kinder und Jugendlichen immer an die Moderatoren wenden. Immer, wenn sich ein Kind oder Jugendlicher belästigt fühlt, sollte derjenige das auch sagen. Wichtig ist auch, dass immer die Eltern informiert werden.




 
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