ZEW: Hoher Ölpreis trifft Verbraucher stärker als Unternehmen

AFP, Verivox | 14.11.2007
Bild: palniki gazowe


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Ludwigshafen/Rom (AFP) - Der hohe Ölpreis trifft die deutschen Verbraucher nach Ansicht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) stärker als die Unternehmen. Die Bürger litten unter den steigenden Preisen für Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Strom, sagte ZEW-Experte Friedrich Heinemann der Ludwigshafener "Rheinpfalz" (Donnerstagsausgabe). In der Wirtschaft hingegen habe die Energieintensität in den vergangenen Jahren abgenommen. Die Internationale Energieagentur (IEA) rief die Förderländer angesichts des hohen Ölpreises zum Handeln auf. Die OPEC lehnte es allerdings ab, aktuell mehr Öl zu fördern.

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Die deutschen Unternehmen brauchen nach Angaben von ZEW-Konjunkturexperte Heinemann unter anderem deshalb weniger Energie als zuvor, weil sich Deutschland von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Viele energieintensive Branchen seien ganz aus Deutschland verschwunden. Verbraucher benötigten hingegen viel Zeit, um sich auf die steigenden Energiepreise einzustellen. Auch fehle manchen das Geld, um die Investitionen zu tätigen, die zum Energiesparen notwendig seien, etwa in eine bessere Isolierung für Häuser oder in neuere Autos mit einem niedrigeren Benzinverbrauch.

IEA-Direktor Nobuo Tanaka forderte am Rande des Weltenergiekongresses in Rom, die Erdöl produzierenden Länder sollten "auf die aktuelle Situation reagieren". "Wenn diese hohen Preise fortbestehen, dann wird das einen sehr negativen Einfluss auf die Weltwirtschaft haben." OPEC-Generalsekretär Abdallah el Badri hält die derzeitige Ölfördermenge allerdings für ausreichend. "Im Moment sehen wir, ganz ehrlich, keinen Bedarf, mehr Rohöl auf den Markt zu bringen", sagte er am Mittwoch in Riad, wo sich die Staatschefs der Organisation Erdöl exportierender Länder am Wochenende treffen wollen.

Eine endgültige Entscheidung über die Fördermenge solle aber erst beim OPEC-Treffen Anfang Dezember in Abu Dhabi getroffen werden, betonte Badri. Eine deutliche Erhöhung der OPEC-Förderung lässt den Ölpreis üblicherweise sinken.



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