Zeitung: US-Telekomaufsicht will "Netzneutralität" zum Prinzip machen
Washington/Hamburg - Die amerikanische Regierung steht laut einem Zeitungsbericht vor einer bedeutenden Entscheidung für die Zukunft des Internets. Die US-Telekomaufsicht FCC wolle Internet- Providern und Mobilfunk-Betreibern vorschreiben, jeden Daten-Verkehr in ihren Netzen gleich zu behandeln, berichtete das "Wall Street Journal" am Samstag. Mit diesem sogenannten Prinzip der "Netzneutralität" dürften die Netzbetreiber zum Beispiel Ressourcen-hungrige Video- oder Spieledienste oder Konkurrenz-Angebote nicht benachteiligen.
Die neue Regelung könnte Anbietern neuer Dienste zugutekommen und zugleich die zum Teil bereits knappen Kapazitäten der amerikanischen Netzbetreiber noch stärker auslasten. Da US-Unternehmen im Internet tonangebend sind, dürfte der Schritt spürbare Auswirkungen auf den Rest der Welt haben. Einer der wichtigsten Verfechter der Netzneutralität in den USA ist Google-Chef Eric Schmidt.
Der Chef der FCC (Federal Communications Commission), Julius Genachowski, wolle die Regelung am Montag vorstellen, schrieb das "Wall Street Journal". Angesichts des explosionsartigen Wachstums von Angeboten wie Online-Videodiensten hatten die Gegensätze zwischen Internet- und Telekommunikations-Branche zugenommen. US-Netzbetreiber hatten immer wieder durchblicken lassen, sie könnten sich eine Art "Internet-Steuer" für besonders Bandbreiten-intensive Angebote vorstellen. Die FCC stritt unter anderem mit dem Netzbetreiber Comcast, der eine Zeit lang Nutzern, die besonders hohe Datenmengen herunterluden, die Leitungen abbremste.
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