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Zehn Jahre T-Aktie: Aufstieg und Fall der Volksaktie

AFP | 17.11.2006
Bild: Telefon mit Wahltasten


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Frankfurt/Main (AFP) - Mit einem furiosen Debüt ging die Deutsche Telekom vor zehn Jahren an die Börse. Das Vertrauen in die vermeintliche Volksaktie bewegte Hunderttausende, erstmals ihr Geld in Aktien zu stecken. Drei Jahre ging es praktisch nur bergauf. Dann folgte eine Talfahrt, von der sich das Papier bis heute nicht erholt hat:

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18. November 1996: Die T-Aktie legt einen gelungenen Start hin. Großanleger zahlen 28,50 Mark (14,57 Euro) für das Papier, Privatinvestoren 50 Pfennig weniger (14,32 Euro).

28. Juni 1999: Beim zweiten Börsengang kosten die T-Aktien schon 39,50 Euro. Der Boom bei Internet und Mobilfunk beschert dem Papier einen Höhenflug.

Frühjahr 2000: Auf dem Höhepunkt der High-Tech-Euphorie überspringt die T-Aktie die Marke von 100 Euro. Die Internet-Tochter T-Online startet selbst erfolgreich auf dem Börsenparkett. Kurz darauf ist der Höhenflug vorbei, die Börsenblase platzt.

19. Juni 2000: Beim dritten Börsengang bringen die neuen Aktien zwar dem Bund einen Rekorderlös von 15,3 Milliarden Euro. Die Aktionäre machen bei einem Ausgabepreis von 66,50 Euro aber von Anfang an Verlust.

August 2000: Die Telekom ersteigert eine UMTS-Lizenz für Multimedia-Mobilfunk für rund acht Milliarden Euro. Der Schuldenberg steigt.

Frühjahr 2001: Die Telekom muss ihre Immobilienwerte um rund zwei Milliarden Euro nach unten korrigieren. Die Aktie fällt wie ein Stein. Tausende Anleger fordern Schadenersatz. Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelt.

August 2001: Die Deutsche Bank empfiehlt die T-Aktie zum Kauf. Nur einen Tag später stößt sie im Auftrag eines Großaktionärs ein Paket von 44 Millionen Telekom-Aktien ab.

10. September 2001: Die T-Aktie stürzt erstmals unter den Ausgabekurs des ersten Börsengangs.

19. März 2002: Die Telekom verkündet für 2001 erstmals einen Milliardenverlust.

14. Juni 2002: Die T-Aktie fällt unter die magische Marke von zehn Euro.

16. Juli 2002: Ron Sommer wirft nach sieben Jahren das Handtuch.

14. November 2002: Kai-Uwe Ricke wird zum neuen Chef gewählt. Gleichzeitig macht das Unternehmen reinen Tisch und schreibt die Mobilfunktöchter und die zu teuer eingekaufte UMTS-Lizenzen ab.

10. März 2003: Mit knapp 25 Milliarden Euro für 2002 verbucht die Telekom den bis dato höchsten Jahresverlust in der europäischen Wirtschaftsgeschichte.

9. Oktober 2004: Die Telekom will ihre Internettochter nach viereinhalb Jahren wieder von der Börse zurückkaufen. Die Aktionäre sollen T-Aktien oder 8,99 Euro je Aktie in bar erhalten. Viele Aktionäre ziehen vor Gericht, denn bezahlt hatten sie einst 27 Euro pro Aktie.

2. November 2005: Der Konzern kündigt den Abbau von weiteren 32.000 Stellen an.

24. April 2006: US-Investor Blackstone wird Großaktionär der Telekom. Die Börse ist entzückt, die Aktie schafft es trotzdem nicht über den ersten Ausgabekurs.

12. November 2006: Der Aufsichtsrat feuert Ricke und wählt am folgenden Tag Mobilfunkchef Réné Obermann zu seinem Nachfolger. Der Chefwechsel beflügelt den Aktienkurs, aber: Selbst die Anleger der ersten Stunde haben aktuell ein Minus auf ihrem Depotauszug. Diejenigen, die beim zweiten oder dritten Börsengang 1999 und 2000 eingestiegen sind, haben mit der T-Aktie zwei Drittel beziehungsweise 80 Prozent ihres Vermögens verloren.



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