Zechenschließung an der Ruhr vorgezogen
dpa
Herne/Gelsenkirchen/Saarbrücken (dpa) - Die Schließung des Gelsenkirchener Bergwerks Lippe mit derzeit rund 1700 Beschäftigten wird um ein Jahr auf den 1. Januar 2009 vorgezogen. Darauf einigte sich am Mittwoch der Aufsichtsrat des Bergbauunternehmens RAG Deutsche Steinkohle in Herne. Der Personalabbau werde sozialverträglich erfolgen, sagte ein Unternehmenssprecher. Zum Jahresende sollen in dem Bergwerk nach einem laufenden Personalabbau noch rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt sein. Der überwiegende Teil der Betroffenen werde dann in andere Betriebe des Unternehmens wechseln, hieß es.
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Hintergrund der vorgezogenen Schließung seien ausschließlich betriebswirtschaftliche Gründe. Das Kostenniveau habe in den vergangenen Jahren über dem Durchschnitt der anderen Bergwerke gelegen. Für das kommende Jahr habe eine weitere Verschlechterung der Kostensituation gedroht. Einen Zusammenhang mit einem verstärkten finanziellen Druck auf das Unternehmen durch die Situation nach dem Grubenbeben im Saarland bestehe jedoch nicht, sagte ein Sprecher. Mit der weiteren Bergbauplanung will sich der Aufsichtsrat bei seiner nächsten Sitzung am 9. Juni befassen.
Im Saarland lief unterdessen fünfeinhalb Wochen nach dem bislang schwersten Grubenbeben am Mittwoch den Abbau von Kohle wieder an. Die Fördermenge werde in den nächsten Tagen schrittweise auf etwa 3000 Tonnen täglich hochgefahren, sagte ein Sprecher des Unternehmens in Saarbrücken. Für etwa ein Drittel der mehr als 3500 Mitarbeiter ende damit die Kurzarbeit. Zuvor hatte das Unternehmen die Auflagen der Landesregierung für eine Wiederaufnahme des Abbaus erfüllt. Seit dem schweren Beben am 23. Februar war das Bergwerk Saar stillgelegt gewesen. Die RAG Deutsche Steinkohle betreibt derzeit noch acht Bergwerke in NRW und an der Saar.
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