Wirtschaftsminister erwartet sinkende Strompreise in Baden-Württemberg
Ob die Kunden des Stromversorgers EnBW mit niedrigeren Preisen rechnen können ist noch unklar. Anfang September hatte die Bundesnetzagentur eine Senkung der Kosten für die Nutzung des Stromnetzes um etwa 14 Prozent beschlossen. Derzeit prüfe der Konzern, ob und inwieweit der Preis für Endkunden gesenkt werden könne, sagte Sprecher des Karlsruher Unternehmens. EnBW-Chef Utz Claassen hatte vor kurzem gesagt, für den Fall des Atomausstiegs sei mit Strompreiserhöhungen "im zweistelligen Prozentbereich" zu rechnen. Denn je nach dem gewählten Ersatz für die abzuschaltenden Atomkraftwerke, würden sich die Kosten um 20 bis 50 Prozent erhöhen.
Nach Einschätzung des Bundes der Energieverbraucher dürfte der Preis zwischen 0,1 bis 0,2 Cent pro Kilowattstunde sinken. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen geht dagegen bei einem Drei- bis Vier-Personen-Haushalt von einer Einsparung von 35 Euro pro Jahr aus.
Pfister sprach sich gegen eine Verlängerung der staatlichen Preisaufsicht aus, weil lediglich zehn Prozent des Strompreises der Tarifaufsicht unterliegen. "Wer überhöhte Energiepreise bekämpfen will, muss in erster Linie auf mehr Wettbewerb setzen." Nur durch einen "diskriminierungsfreien Zugang" zu den Strom- und Gasnetzen ließen sich die Strompreise beeinflussen. Durch niedrigere Entgelte für die Netznutzung könnten günstigere Anbieter einen besseren Zugang zum Stromnetz erhalten.
Die deutsche Energiewirtschaft hat allerdings vor einer zu starken Senkung der Netzentgelte gewarnt. "Hier geht es auch um Jobs", sagte der Präsident des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BWG), Michael G. Feist, am Montag in Berlin. Es müsse bei der Festsetzung der Stromleitungsgebühren darauf geachtet werden, dass nicht die Erlöse in den Unternehmen wegbrechen.
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