Wirtschaft setzt auf Atomkraft - Gewaltige Windenergie-Investitionen
Während die DIHK-Unternehmen für eingeschränkte Förderung erneuerbarer Energien eintreten, stellte die Windenergiebranche heraus, dass Windstrom im Vergleich zu Kohlestrom schon heute teilweise wettbewerbsfähig sei. Spätestens 2015 werde sich die Marktreife allgemein durchsetzen, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes WindEnergie, Ralf Bischof, bei Vorlage des Windenergie-Reports. Er kündigte einen riesigen Zuwachs an Windstrom an, womit der Abbau von Atomstrom zusätzlich abgesichert werden soll: "Bis 2020 können wir den Windstrom-Anteil von 5 auf 20 Prozent steigern. Dafür wird die Windenergie-Branche über 50 Milliarden Euro investieren."
Nach Ansicht des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sollte die künftige Energieversorgung weder auf Atomkraft noch auf Kohle setzen. "Wir erwarten vom Energiegipfel in der kommenden Woche ein klares Signal der Bundesregierung für die klimafreundlichen und sicheren Alternativen", sagte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm in einem dpa-Gespräch. Diese Alternativen seien neben hocheffizienten Gaskraftwerken die vernachlässigte Kraft-Wärme-Koppelung sowie erneuerbare Energien. Ein riesiges Potenzial stecke im sparsamen und effizienten Umgang mit Energie, betonte Timm. "Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte diese Möglichkeiten ernsthaft prüfen, bevor sie sich zu voreiligen Zusagen an die Stromkonzerne wegen deren Investitionslisten hinreißen lässt", forderte Timm.
Für die CSU erklärte Ramsauer in Berlin: "Wir brauchen einen Energie-Mix. Es ist völlig falsch, einen Gegensatz zwischen Kernenergie und erneuerbaren Energien aufzubauen." Auch die Zukunft der Steinkohle müsse angesprochen werden. Im Bundestag vermied die Vizevorsitzende der Unionsfraktion, Katherina Reiche, einen Konflikt um Kernenergie. Die Strategie "Weg vom Öl" müsse zu mehr erneuerbaren Energien führen. "Die Energieforschung muss gestärkt werden, um innovative Produkte auf den Markt zu bringen." Gabriel kommentierte sein Festhalten am Atomausstieg so: "Wir wollen nicht auf Alternativen setzen, die wir für gefährlich halten."
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