Windkraftbranche sorgt sich wegen Atom-Deal
Berlin - Die deutsche Windkraftbranche sieht ihre Wachstumsziele angesichts längerer Atomlaufzeiten extrem gefährdet. Die Regierung setze vor allem auf eine Förderung der Windkraft auf See. Das sagte der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Hermann Albers, am Mittwoch in Berlin. Damit gebe sie einen Teil ihrer Atom-Einnahmen an die großen Konzerne zurück, da diese viele Offshore-Projekte planen.
"Das ist eine Kreislaufwirtschaft im schlechtesten Sinne". Windkraft auf See sei in der Erzeugung deutlich teurer. An Land hingegen rechnet die Regierung mit einer Entwicklung der Windkraft, die nach Schätzung des Verbandes nicht im Jahr 2050, sondern bereits in 5 Jahren erreicht sei. Windkraftanlagen an Land werden vor allem von mittelständischen Unternehmen betrieben.
"Die Bundesregierung gibt uns also nur eine Restlaufzeit von 5 Jahren", sagte Albers. Insgesamt rechnet die Bundesregierung mit einer installierten Windkraftleistung an Land von 36,4 Gigawatt bis 2050. Die Branche rechnet aber bereits bis 2020 mit einer installierten Leistung von 45 Gigawatt.
Albers betonte, er rechne damit, dass viele Politiker der Fraktionen von Union und FDP im nun anstehenden Beratungsprozess auf Änderungen dringen würden. Schließlich würde gerade die Windkraft an Land in vielen Regionen große Wertschöpfungseffekte auslösen.
Durch die geplanten längeren Atomlaufzeiten von im Schnitt 12 Jahren könnte es zu einem Angriff auf den Einspeisevorrang für die erneuerbaren Energien kommen, sagte der Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie, Dietmar Schütz.
Bei der erwarteten weiteren Zunahme der Öko-Energien könnte es zu viel Strom auf dem Markt geben. Da sich Atomkraftwerke aber nicht einfach vom Netz nehmen lassen, könnte es daher zu einer Debatte um die bestehende Einspeiseregelung kommen. "Wir müssen aufpassen, dass hier kein Systemwechsel stattfindet", sagte Schütz.
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