Windenergiebranche mahnt Politik zu Einigkeit in Energiefragen

dpa | 21.06.2004
Bild: Stromleitungen



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Osnabrück (dpa/lni) - Der Wirtschaftsverband Windkraftwerke hat Bundesregierung und Opposition zu Einigkeit im Umgang mit dem Thema erneuerbare Energien aufgefordert. Die Branche könne nur schlecht mit neuen Grundsatzdiskussionen leben, sagte der Verbandsvorsitzende Wolfgang von Geldern am Montag in Osnabrück am Rande der Tagung "Zukunft der Windenergie" der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. "Das lange Hin und Her hat der Wirtschaft sehr geschadet. Geldgeber halten sich zurück." In der vergangenen Woche hatten Bund und Länder mit einer Einigung im Vermittlungsausschuss den Weg frei gemacht für das neue Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien (EEG).

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Der Bundestag hatte das Vermittlungsergebnis bestätigt. Mit der Zustimmung des Bundesrates am 9. Juli wird gerechnet. Damit könnte das Gesetz, das die Förderung von Stromgewinnung aus Wind und Wasser, Sonne, Erdwärme und Biomasse regelt, zum 1. August in Kraft treten. Die erneuerbaren Energien sollen 2020 ein Fünftel des Energiebedarfs decken. Nach dem Kompromiss werden Windenergieanlagen an ungünstigen Standorten weniger gefördert.

Von Geldern begrüsste die Einigung, die eine erneute Überprüfung des Gesetzes erst 2007 vorsehe. Dies bedeute Planungssicherheit. "Wir müssen zwingend in Erneuerbare Energien einsteigen, weil sie nach irdischem Massstab unbegrenzt verfügbar sind." 2003 seien auf festem Land Windkraftanlagen mit einer Leistung von 2650 Megawatt installiert worden. 2006 sollen die ersten 500 Megawatt vor der Küste installiert werden. Bis 2020 werde der jährliche Zubau auf rund 4500 Megawatt installierte Leitung steigen. Die Kosten zur Erzeugung einer Kilowattstunde seien bei der Windenergie zwischen 1991 und 2003 um mehr als 50 Prozent gesunken. Bis 2010 sei eine weitere Absenkung um 20 Prozent absehbar.

Nach Angaben von Wolfhart Dürrschmidt vom Bundesumweltministerium liegt das langfristige Ziel bei einem 50-Prozent-Anteil der erneuerbaren Energien. Joachim Nitsch vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betonte, der Ersatz fossiler Brennstoffe sei möglich. Bei einem Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien auf 68 Prozent im Jahr 2050 könnte der Kohlendioxidausstoss von 335 Millionen Tonnen auf 75 Millionen Tonnen im Jahr zu sinken.



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