Windbranche warnt vor Abstrichen an Windenergie - Deutsche "Spitze"
Das Ministerium will diese Fragen aber erst klären, wenn die dazu - von den Windmühlenbetreibern, Anlagenbauern und grossen Stromkonzernen - verfasste, aber noch verzögerte Studie vorliege. Dies solle in Kürze geschehen, sagte eine Clement-Sprecherin. Das habe der Geschäftsführer der federführenden Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, zugesagt. Das Deutsche Windenergie-Institut erwartet eine Veröffentlichung erst Ende Februar. Hier seien noch Einzelheiten abzustimmen, obwohl man sich zuletzt in wesentlichen Punkten näher gekommen sei, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbandes WindEnergie, Ralf Bischof. "Die Kosten für den Netzausbau und für Reserveenergien liegen deutlich unter den Kosten, die gerne öffentlich diskutiert werden." Er erwarte, dass Clement nicht einseitig für das Kohlerevier argumentiere.
Wie aus der dpa vorliegenden Studie hervorgeht, kostet der Ausbau des Hochspannungsnetzes an Land bis 2015 insgesamt 1,1 Milliarden Euro. Die Investitionen für Seekabel-Anbindungen bis zum Netzanschlusspunkt an Land werden für den Windenergieausbau bis 2015 auf zusammen 5 Milliarden Euro geschätzt. Auch die Ankündigung von Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne), dass die Verbraucher durch den Ausbau der erneuerbaren Energien mit nur 1 Cent je Kilowattstunde zusätzlich belastet werden, findet sich in der Studie wieder. Bis 2015 soll der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung 20 Prozent ausmachen, davon 12,5 Prozentpunkte durch Windkraft.
Unterdessen ist der Anteil der Stromerzeugung aus Windenergie trotz des inzwischen geringeren Neubaus von Windanlagen stetig weiter gestiegen. Bis Ende 2004 waren bundesweit mehr als 16.500 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 16.629 Megawatt installiert, berichtete Jens Peter Molly vom Deutschen Windenergie-Institut. Deutschland bleibe damit vor Spanien Weltmeister. Der Präsident des Windenergie- Verbandes, Peter Ahmels, forderte die Bundesregierung auf, Genehmigungshindernisse vor Ort zu beseitigen. Norbert Giese, Vorstand bei VDMA Power Systems, verlangte Bürgschaften zur Finanzierung erster offshore-Testprojekte.
Mit dem Abbau der Förderung von Windanlagen an Land (bei höheren Anreizen für offshore) geht der Anlagenneubau seit 2003 zurück. Der bis Ende 2004 aufgebauten Leistung nach rangierte Niedersachsen mit 4.470 Megawatt vorne, gefolgt von Brandenburg (2.179), Schleswig- Holstein (2.174) und Nordrhein-Westfalen (2.053).
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