Weltgrösster Biogas-Park nahm in Anklam Probebetrieb auf
"Diese Anlage funktioniert wie ein Tiermagen", erklärt Kinitz das Produktionsprinzip. In grossen Tiegeln mit einem Durchmesser von 23 Metern, so genannten Fermentern, bauen anaerobe Bakterien unter Luftabschluss und bei körperähnlichen Temperaturen von 36 bis 37 Grad Celsius die Einsatzstoffe ab. Während der Gärung bildet sich aus dem Abbauprodukt Methan und Kohlendioxid. Dieses Biogas wird mit Hilfe von Generatoren in elektrische Energie umgewandelt und in das Stromnetz der Stadtwerke Anklam eingespeist, wie der Betriebsleiter und Maschinenbauingenieur Dieter Schünemann erklärt. Die Abwärme wird als Fernwärme genutzt.
Das Prinzip ist seit Jahrzehnten bekannt. Für die industrielle Nutzung attraktiv wurden Biogas-Anlagen allerdings erst durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die Abnahme und Einspeisevergütung über 20 Jahre garantiert. Anlegern, die in den Bau investiert haben, stellt die in-Trust eine Ausschüttung von 500 Prozent ihrer Einlagen in Aussicht.
Nach Angaben des Schweriner Agrarministeriums gab es Ende 2004 im Land 24 Biogasanlagen mit einer Leistung von 10,4 Megawatt. Ende 2005 wird eine Verdopplung der Zahl der Anlagen und der Leistung erwartet. Ende 2006 rechnet das Ministerium mit 80 Anlagen und einer Gesamtleistung von 40 Megawatt im Land.
Für den Bau der Anklamer Anlage haben die Investoren auf das Know How der im Bau von Biogas-Anlagen spezialisierten Firma Envitec Biogas GmbH aus dem niedersächsischen Saerbeck gesetzt. Die Gülle bezieht der Biogas-Park aus der nahen Schweinemastanlage der Danmast GmbH im ostvorpommerschen Rubkow. Langfristige Verträge mit vier Agrarbetrieben aus dem Anklamer Umland sichern zudem die Belieferung mit hochwertigem Mais.
Die nächsten Biogas-Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 100 Millionen Euro haben die Bayern bereits im Blick - ausschliesslich im Osten Deutschlands. Denn nur hier hätten Landwirtschaftsbetriebe ausreichend grosse Anbauflächen, um den Bedarf an Mais zu befriedigen.
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