Weltbank will sich stärker für Erneuerbare Energien engagieren
Die Bonner Konferenz mit mehr als 3000 Teilnehmern aus über 150 Ländern soll bis Freitag die Weichen für eine Wende weg von Öl, Kohle und Gas und hin zu erneuerbaren Energien stellen. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wird am Donnerstag zu den Delegierten reden.
Parlamentarier aus aller Welt forderten in Bonn eine internationale Agentur für erneuerbare Energien mit dem Namen IRENA (International Renewables Agency). "Es ist unmöglich, die Einführung dieser Energien alleine dem Markt zu überlassen", sagte der SPD- Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Weltrats für erneuerbare Energien, Hermann Scheer (SPD). An der Parlamentariertagung, die parallel zur Staatenkonferenz über erneuerbare Energien stattfand, nahmen 350 Abgeordnete aus mehr als 70 Ländern teil.
Die Bundesregierung will mit einer Reihe von Projekten zum Ausbau erneuerbarer Energien in Entwicklungsländern beitragen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) stellte die Programme auf der "Renewables 2004" als "Leuchttürme" vor, die auf andere Entwicklungsländer beispielhaft ausstrahlen sollen. Die Projekte werden laut Wieczorek-Zeul mit insgesamt mehr als 230 Millionen Euro gefördert werden, davon die Hälfte als Darlehen. Dazu zählen eine Initiative "Geothermie (Erdwärme) für Entwicklung" vor allem in Ostafrika, nachhaltige Energien in Afghanistan oder Solarstrom in Südafrika.
Sie werden als deutscher Beitrag mit in das internationale Aktionsprogramm einfliessen, das von der Konferenz beschlossen werden soll. In dem Aktionsprogramm sollen Regionen und Länder aufführen, was sie selbst konkret zur Förderung der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren tun wollen. Diese Vorschläge sind freiwillig, aber verbindlich. Bislang wurden auf der Konferenz rund 120 Programme, darunter auch von China, vorgelegt. Auch von der US-Seite wurde ein Beitrag erwartet.
Mit einer Exportoffensive will die Bundesregierung deutsche Unternehmen bei der Erschliessung von Märkten für alternative Energietechnik unterstützen, wie der Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Rezzo Schlauch, erklärte. Deutsche Unternehmen seien bei hochwertigen Technologien vor allem zur Windkraft führend, hätten aber bei der Solarenergie im Vergleich zu den USA und Japan vorübergehend an Boden verloren. Beauftragt mit der Unterstützung der Exportinitiative ist die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena). Es gehe bei erneuerbaren Energien um "knallharte Wirtschaftspolitik" und neue Technologien sowie auch um die Frage, wer im Wettbewerb die Nase vorn habe.
In Deutschland sollen Pflanzen wie Raps, Mais, Kartoffeln, Erbsen und Getreide künftig mindestens zehn Prozent der Energie liefern. "Bei uns werden aus den Landwirten Energie- und Rohstoffwirte", sagte Bundesverbraucherministerin Renate Künast (Grüne). Es gebe sogar Schätzungen, dass Bioenergien bis zum Jahr 2030 etwa 14 Prozent der Energie in Deutschland liefern könnten.
Die Nutzung von Pflanzen als Energiequelle ist vielfältig. Rapsöl kann als Ersatz für Diesel in Autos genutzt werden. Die Herstellung kostet nach Angaben des Verbraucherministeriums zurzeit etwa 70 Cent je Liter. Grosses Potenzial haben na
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