WELT: Tarifstreit bei Energiekonzernen E.ON und RWE eskaliert

dpa, Verivox | 12.11.2007
Bild: Stromleitungen


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Berlin (dpa) - Die Tarifstreitigkeiten bei den größten deutschen Energiekonzernen E.ON und RWE eskalieren einem Pressebericht zufolge. Nach Informationen der "WELT" (Montagausgabe) wurden bei der E.ON-Vertriebstochter E.ON Energie Gespräche über eine Verlängerung der Arbeitszeiten von 36 auf 38 Stunden ergebnislos unterbrochen. Auch die Verhandlungen über eine Lohnerhöhung von acht Prozent beim Branchenriesen RWE seien zunächst ohne Ergebnis vertagt. "Urabstimmungen über Streiks werden nicht ausgeschlossen", heiße es aus Gewerkschaftskreisen.

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Neben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ist auch die Bergbaugewerkschaft IG BCE an den Tarifrunden beteiligt. Die Unternehmen selbst wollten sich dem Bericht zufolge nicht zu dem Stand der Gespräche äußern. Bei RWE sollen die Verhandlungen am Dienstag fortgesetzt werden, bei E.ON gebe es noch keinen neuen Termin.

Aus den Tarifgesprächen bei RWE sei zu hören, dass das Unternehmen bislang nur eine geringe prozentuale Lohnerhöhung angeboten habe. Darüber hinaus sei lediglich eine Einmalzahlung möglich. Der zurzeit noch geltende RWE-Haustarif betreffe rund 35.000 Mitarbeiter. Er laufe zum 1. Januar aus. Verhandlungsführer Michael Winkler von der IG BCE sagte der WELT: "Wir schließen ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus." Eine Einmalzahlung werde "kategorisch" abgelehnt. "Wir verlangen die gerechte Beteiligung der Beschäftigten an den hohen Gewinnen des Unternehmens."

Auch bei E.ON wird der Streit um die Verlängerung der Arbeitszeit dem Bericht zufolge immer härter. Bislang seien die Arbeitnehmer nicht zu Kompromissen bereit. Aus der E.ON-Verhandlungsrunde heiße es: "Wer will sich bei dem politischen Druck, unter dem der Konzern wegen seiner Riesengewinne steht, jetzt auch noch mit der Belegschaft und den Kommunen anlegen?" In den Gewerkschaften werde daher überlegt, die Situation weiter zu nutzen. Ende Februar laufe der hauseigene E.ON-Tarifvertrag aus. Es könnte jetzt ebenfalls eine Lohnerhöhung von acht Prozent wie bei RWE gefordert werden, heiße es.



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