Weg von Öl, Gas und Strom - Alternative Energien auf dem Vormarsch
Zudem sind Pellets derzeit günstiger als Öl: 3000 Liter Heizöl im Jahr kosten für ein Einfamilienhaus rund 1800 Euro; 6000 Kilogramm Pellets je nach Anbieter zwischen 960 und 1320 Euro. Der Holzpelletsbedarf (kg) berechnet sich nach dem bisherigen Heizölverbrauch (Liter) mal zwei. Rund 12 000 Euro muss der Verbraucher für eine Pellets-Anlage bezahlen. Die Kosten für eine moderne Ölheizung liegen je nach Ausführung zwischen 3000 und 9000 Euro. "Aber die Pellets-Anlage wird sich in ein paar Jahren rechnen", ist Werner Decker überzeugt. Vor steigenden Holzpreisen hat er keine Angst: "Da wird der Wettbewerb bald viel zu groß sein." Etwa 30 Anbieter gibt es bereits in Deutschland. Für Verbraucher, die auf alternative Energien umsteigen wollen, gibt es Zuschüsse und günstige Kredite. 2005 wurden Holzpellets-Kessel mit rund 1700 Euro bezuschusst.
Insgesamt 181 Millionen Euro Zuschüsse hat der Staat 2005 für Solar- und Biomasseanlagen, zu denen auch Holzpellets zählen, bewilligt. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums wurden beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 150 000 Förderanträge gestellt, doppelt so viele wie zum 1. November 2004. Wie hoch die Fördermittel 2006 ausfallen werden hängt von dem noch zu verabschiedenden Bundeshaushalt ab.
Die staatlichen Zuschüsse können mit Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kombiniert werden: Seit 1. Februar dieses Jahres bietet die KfW Modernisierern und Bauherren zweckgebundene Kredite an mit einem effektiven Zinssatz ab 1 Prozent, die über die Hausbank oder Sparkasse abgeschlossen werden können. "Nicht zu vergessen sind die vielen Förderprogramme der Länder, Kommunen und Energieversorger", sagt Anke Schäfer von BINE, einem Energie- Informationsdienst, der durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gefördert wird. Allein für Privatleute, so Schäfer, gibt es rund 700 Programme.
Für die Installation von Sonnenkollektoren gab es 105 Euro je m² vom Staat. Vielen Verbrauchern hat das einen Anreiz zum Umrüsten gegeben: "Allein im vergangenen Jahr wurden 100 000 Solarwärmeanlagen in Betrieb genommen", sagt Carsten Körnig vom Bundesverband Solarwirtschaft. 800 000 Anlagen gibt es mittlerweile in Deutschland. Für eine Solaranlage (Warmwasser) müssen zwischen 4000 und 7000 Euro veranschlagt werden. Vier bis sechs m² Kollektorfläche auf dem Hausdach reichen laut Bundesverband Solarwirtschaft bereits aus, um 60 Prozent des Trinkwassers eines 4-Personen-Haushaltes erwärmen zu können.
Am Anfang war Werner Decker skeptisch, ob er mit seiner Pellets- Anlage und den Solarkollektoren die richtige Entscheidung getroffen hat: "Aber jetzt bin ich hellauf begeistert, ich würde mich wieder so entscheiden."
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