Wall Street Journal: Motorola-Zerschlagung rückt näher
New York/Berlin - Einem Zeitungsbericht zufolge rückt die Zerschlagung des Mobilfunk-Urgesteins Motorola näher. Der europäische Konzern Nokia Siemens Networks sei in Gesprächen über den Kauf der Motorola-Netzwerksparte. Das berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch. Es gehe um eine Summe zwischen 1,1 und 1,3 Milliarden Dollar, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.
Motorola will die Handy-Produktion von der Netzwerk-Technik abspalten. Am Ende soll es zwei eigenständige Unternehmen geben mit Produkten für Privat- und für Firmenkunden.
Als erstes solle das Geschäft mit Handys und Empfangsgeräten fürs Kabelfernsehen unter dem Namen SpinCo aus dem Konzern herausgelöst werden. Das verbliebene Geschäft mit Firmenkunden benennt sich in Motorola Solutions um. Deren Angebotspalette umfasst Barcode-Scanner, Funketiketten-Lesegeräte, Rundfunktechnik, Sicherheitssysteme und Handy-Netztechnik.
Nach der Trennung im ersten Quartal 2011 sollten die Motorola-Aktionäre nach bisherigen Plänen Anteile an beiden Unternehmen halten. Ein Verkauf des Netzwerk-Bereichs an NSN wäre eine neue Variante.
Motorola plant die Aufspaltung bereits seit längerer Zeit, musste das Projekt in der Finanzkrise jedoch zeitweise auf Eis legen. Zudem hatte der Mobilfunk-Pionier massiv Anteile am Handy-Markt verloren.
NSN, das Gemeinschaftsunternehmen des weltgrößten Handy-Hersteller Nokia und des deutschen Elektrokonzerns Siemens, will sich bereits seit einiger Zeit in Nordamerika verstärken. Bei der Aufspaltung des kanadischen Netzwerk-Ausrüsters Nortel waren die Europäer im vergangenen Jahr jedoch leer ausgegangen. Mit Motorolas Netzwerk-Sparte bekäme NSN vor allem den Zugang zu wichtigen Kunden in den USA.
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