Vorzeige-Druckwasserreaktor wird wesentlich teurer als geplant
Paris - Der Bau des ersten Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Frankreich wird nach Informationen von Gewerkschaften nicht nur länger dauern, sondern auch deutlich mehr kosten als geplant. Der französische Stromriese und Kraftwerksbetreiber EDF werde am Freitag eine Verzögerung von zwei Jahren und einen Kostenanstieg auf fünf Milliarden Euro bekanntgeben. Dies sagten Gewerkschaftsvertreter am Donnerstag in Paris.
Das Vorzeigestück der französischen Atomindustrie hätte ursprünglich 3,3 Milliarden kosten sollen, wurde zuletzt aber schon mit vier Milliarden Euro veranschlagt. Von der zweijährigen Verzögerung ist seit Wochen die Rede gewesen - statt 2012 werde der Reaktor der dritten Generation nicht vor 2014 ans Netz gehen, heißt es.
Der EPR gilt als leistungsfähiger und sicherer als bisherige Atomkraftwerke. Frankreich, das rund vier Fünftel seines Stroms in Atomkraftwerken erzeugt, will damit alte Kraftwerke ersetzen und setzt große Hoffnungen in den Export der Technik. Derzeit soll neben dem EPR-Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal ein weiterer im nordwestfranzösischen Penly gebaut werden. Der erste EPR-Reaktor überhaupt entsteht in Finnland, statt Mitte vergangenen Jahres geht er wohl frühestens Ende 2012 ans Netz.
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