Vorratsdatenspeicherung - noch immer nicht alles gelöscht
Berlin - Mehr als eine Woche nach dem Gerichtsurteil zur Vorratsdatenspeicherung haben die meisten Telekommunikationsanbieter noch längst nicht alle gespeicherten Daten gelöscht. Der Branchenprimus Deutsche Telekom ist bis voraussichtlich Anfang kommender Woche damit beschäftigt, den Datenwust von 19 Terabyte zu vernichten, wie ein Konzernsprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa sagte. Die Menge entspreche 4,85 Milliarden Seiten Text im DIN-A4-Format.
Das Bundesverfassungsgericht hatte am 2. März die Massen- Speicherung von Telefon- und Internetdaten für unzulässig erklärt und die Unternehmen aufgefordert, die Daten von Millionen Bürgern "unverzüglich zu löschen".
Der Telekom-Konkurrent Vodafone vermeldete bereits Vollzug. Die Daten seien bis zum vergangenen Freitag komplett und unwiederbringlich gelöscht worden, teilte das Unternehmen mit. Der Mobilfunk- und Festnetzbetreiber habe unmittelbar nach der Entscheidung aus Karlsruhe alle Auskünfte eingestellt und mit dem Löschen der Daten begonnen.
Eine noch größere Datenmenge muss der Internet-Dienstleister United Internet ("1&1", "GMX" und "Web.de") nach eigenen Angaben vernichten. Es sei damit begonnen worden, die 25 Terabyte "unmittelbar zu löschen", sagte ein Sprecher des Unternehmens aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur. Er rechne damit, dass der Vorgang in einigen Tagen abgeschlossen sein werde.
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