Vertrag von RAG-Chef Müller vorzeitig bis 2011 verlängert
Der Posten des Stiftungschefs ist noch offen. In Berlin wollten diesen Mittwoch Bund, die Kohle-Länder NRW und Saarland und die Gewerkschaften erneut versuchen, nach monatelangem Tauziehen um die Stiftungssatzung und den Vorsitz entscheidend voranzukommen.
RAG-Chef Müller hatte selbst Ambitionen auf den Stiftungsvorsitz, scheiterte aber vor allem am Widerstand des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU). In Medienberichten wurden bislang als weitere Kandidaten E.ON- Ruhrgas-Chef Burckhard Bergmann, Ex-Metallgesellschafts-Chef Kajo Neukirchen und Ex-Steag-Chef Jochen Melchior gehandelt.
Bund, Länder und die Bergbaugewerkschaft IGBCE wollen bis Ende Juli die rechtlichen Voraussetzungen für den RAG-Börsengang schaffen. Bereits im August soll dann die Bundesregierung das Stiftungsmodell und das Gesetz zum Ausstieg aus der Steinkohle- Förderung beschließen.
Müller, unter Rot-Grün von 1998 bis 2002 parteiloser Wirtschaftsminister, gilt als Architekt des Börsengang- und Stiftungsmodells der RAG. Er hat den Konzern zur Börsenreife umgebaut und die vollständige Übernahme der Degussa AG vollzogen. Zuletzt präsentierte der gebürtige Essener eine Rekordbilanz mit rund einer Milliarde Euro Gewinn.
In den vergangenen drei Jahren hat sich die RAG von 480 Firmen mit rund 35 000 Beschäftigten und einem Umsatzvolumen von rund 8 Milliarden Euro getrennt, darunter die Logistik, der Auslandsbergbau und die Informatik.
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