Verschleierungsverdacht nach Vorfall in französischer Atomanlage
- Französische Atomaufsicht sieht weiter Sicherheitsmängel
- Erneuter Unfall in Atomanlage Tricastin - 100 Menschen kontaminiert
- Erneut Flüssigkeit in Atomanlage in Frankreich ausgetreten
- Neuer Atomunfall in Frankreich: 15 Personen radioaktiv kontaminiert
- Neue Erkenntnisse über den Atom-Zwischenfall in Frankreich
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In der Reinigungsanlage waren mehrere Kubikmeter uranhaltige Flüssigkeit ausgetreten und zum Teil in nahegelegene Flussläufe gelangt. Während zunächst von einem Urangehalt von 360 Kilogramm die Rede war, gab Socatri den Gehalt wenig später mit 74 Kilogramm an, ohne dies näher zu erklären. Die Atomaufsichtsbehörde ASN ordnete den Vorfall auf der internationalen Bewertungsskala INES, die von 0 bis 7 reicht, bei 1 ein.
Der Dachverband der französischen Atomkraftgegner, Sortir du Nucléaire (Atomausstieg), zweifelte diese Angaben an. Wenn man die Angaben der Behörden zugrundelege, sei der Vorfall mindestens als "ernster Störfall" auf Stufe 3 einzuordnen, wenn nicht als "Unfall" auf Stufe 4, erklärte die Organisation am Freitag. Laut INES zeichnet sich ein "ernster Störfall" unter anderem dadurch aus, dass "sehr geringe" Radioaktivität außerhalb der Anlage freigesetzt wird und die Bevölkerung einer sehr leichten Strahlenbelastung ausgesetzt ist. Eine Störung der Stufe 1 hat keine Folgen innerhalb oder außerhalb der Anlage.
Die deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) warnte vor einer Verharmlosung der Kontamination von Kernkraftwerksmitarbeitern. "Auch wenn keine akuten Strahlungsschäden auftreten, erhöht sich mit der Aufnahme jedes radioaktiven Partikels in den Körper das Risiko, nach mehreren Jahren an Krebs zu erkranken", erklärte Reinhold Thiel von der Ärzteorganisation IPPNW.
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