Verheugen fordert Nachbesserungen bei Brüsseler Energiepaket
Verheugen stellte sich insgesamt hinter den Brüsseler Kurs: "Die energiepolitischen Entscheidungen, die die Kommission in der nächsten Woche treffen muss, werden den Beginn einer neuen Epoche bedeuten." Er fügte hinzu: "Wir werden den europäischen Unternehmen Lasten auferlegen, die anderswo auf der Welt nicht auferlegt werden."
Es dürften dabei aber keine Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt werden, Unternehmen sollten nicht zu Verlagerungen veranlasst werden. "Der Effekt wäre ganz klar: Wir würden Verschmutzung exportieren und Arbeitslosigkeit importieren." Eine große Chance für die europäische Industrie sei es, global Produkte und Dienstleistungen für die Lösung von Umwelt- und Energieproblemen anzubieten.
Zu dem geplanten EU-Gesetzesvorschlag für erneuerbare Energien sagte der SPD-Politiker, es sollte den Mitgliedstaaten überlassen bleiben, wie sie ihre Zielvorgaben erreichen. Die Entwicklung neuer Technologien dürfe nicht durch den geplanten Handel mit Ökoenergie- Zertifikaten abgestoppt werden. Der für Deutschland vorgesehene Anteil von erneuerbaren Energien von 18 Prozent im Jahr 2020 halte er für realistisch. Er fügte hinzu: "Das, was jetzt kommen wird, wird die Energie nicht billiger machen, weder für die Verbraucher, noch für die Unternehmen. Es wird Energie teurer machen."
Nach den Plänen von EU-Energiekommissar Andris Piebalgs soll der Anteil der erneuerbaren Energien in Europa auch durch einen Handel mit Ökoenergie-Zertifikaten erhöht werden. In Deutschland gibt es die Befürchtung, dass dieses neue, EU-weite Handelssystem das bereits bestehende nationale Fördersystem für Ökostrom kaputtmachen könnte.
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