Verbraucherschützer fordern Gesetze gegen Abo-Fallen
Berlin - Verbraucherschützer fordern von der Bundesregierung deutlichere gesetzliche Vorgaben zum besseren Schutz vor Abo-Fallen im Internet. Der Chef des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Gerd Billen, sagte am Montag in Berlin, dass ein Angebot Geld koste, müsse für jedermann erkennbar sein, etwa durch ein deutlich sichtbares Abfragefeld. Nur so könne die Preistransparenz erhöht werden. Laut Schätzungen des vzbv liegt der finanzielle Schaden in Deutschland pro Jahr im mehrstelligen Millionenbereich. Danach würden jährlich mehr als 250 000 Verbraucher auf die betrügerischen Angebote für Abonnements hereinfallen.
"Das ist ein gigantisches Problem", sagte Billen. Über die Jahre habe sich im Internet eine kriminelle Industrie entwickelt. Neben schärferen Sanktionen gegen die Hintermänner fordert der vzbv auch Repressalien gegen Juristen, die sich für die unseriösen Betreiber engagieren. "Anwälte, die im Auftrag der Betreiber Mahnschreiben wie Postwurfsendungen verschicken, muss die Zulassung entzogen werden können", sagte Billen. Auch stünden Banken in der Pflicht, einschlägig bekannten Anbietern ein Konto zu verweigern.
Ein großes Problem sieht Billen in den zumeist im Ausland befindlichen Firmensitzen: "Das vorhandene gesetzliche Instrumentarium reicht hier nicht aus." Dass klarere gesetzliche Vorgaben dennoch helfen würden, zeigt sich laut Billen am Beispiel Frankreich. Seit hier eindeutige Gesetze bestünden, seien Kostenfallen kein Thema mehr.
Damit es soweit nicht kommt, hat der vzbv gemeinsam mit der Zeitschrift "Computerbild" das kostenlose Programm "Abzock-Schutz" veröffentlicht. Es warnt Internetnutzer vor dem Besuch unseriöser Seiten und verweist auf gebührenfreie Alternativen. Allen Betroffenen empfiehlt der vzbv, im Falle von dubiosen Rechnungen Ruhe zu bewahren. Die Rechnungen sollten in keinem Fall sofort bezahlt werden. Vielmehr solle man Widerspruch einlegen und sich von den örtlichen Verbraucherzentralen beraten lassen.
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