Verbraucherschützer fordern Anreize zum Energiesparen
Berlin - Geld verdienen durch Stromsparen: Nach Ansicht der Verbraucherzentralen muss die Regierung mehr Anreize schaffen, damit Verbraucher sparsam mit Energie umgehen. Sonst könne die Energiewende nicht gelingen.
Es müsse für Verbraucher leichter werden und sich mehr lohnen, Strom oder Heizenergie zu sparen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Gerd Billen, am Donnerstag in Berlin. Die seit Monaten zwischen Bund und Ländern umstrittene steuerliche Förderung energetischer Sanierungen etwa werde zum "Prüfstein der Energiewende".
Der vzbv kritisierte, die erneuerbaren Energien würden fälschlicherweise als alleinige Kostentreiber beim Strompreis dargestellt. Trotzdem müsse die Bundesregierung sich dafür einsetzen, dass die Kosten für die Verbraucher durch die Förderung nicht über die derzeitige Marke von rund 3,5 Cent je Kilowattstunde stiegen. Zusätzliche Kosten sollten aus dem Bundeshaushalt bezahlt werden - denn dann finanzierten die Steuerzahler sie "entsprechend ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit".
Von Bundesregierung und den Energieunternehmen forderte Billen Tarife, die das Stromsparen belohnten: "Bislang wird vor allem mit dem Verkauf von Strom Geld verdient. Aber es gibt keine Anreize zum Stromsparen." Von den zuletzt häufiger geforderten Sozialtarifen für Stromkunden hält Billen nichts. "Brauchen wir dann künftig auch Sozialbenzin oder Sozialmilch?", frage der vzbv-Chef. Stattdessen solle das Arbeitslosengeld-II regelmäßig an die Entwicklung der Strompreise angeglichen werden.
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