Verbraucherschützer: Atom-Gewinne Verbrauchern zukommen lassen
Osnabrück/Berlin - Die Verbraucherverbände haben die künftige Bundesregierung aufgefordert, mögliche Zusatzgewinne der Stromanbieter durch längere Laufzeiten der Atomkraftwerke zu mindestens 80 Prozent den Verbrauchern zu Gute kommen zu lassen. Der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband, Gerd Billen, schlug in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) als eine Möglichkeit vor, das Geld aus den zusätzlichen Gewinnen in einen Effizienzfonds zur Förderung von Gebäudesanierungen fließen zu lassen. Hier sei der Bedarf am größten und die Fördereffizienz am höchsten.
Auf keinen Fall dürften die Gewinne aus der längeren Nutzung der Atomkraft den vier marktbeherrschenden Energiekonzernen (E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW) sozusagen zur freien Verfügung gestellt werden, warnte Billen. Dann drohe die Gefahr, dass sie dies nutzten, um etwa über Preissenkungen kleinere Anbieter und Strom aus erneuerbaren Energien vom Markt zu drängen. Die Marktmacht der vier Konzerne, die vier Fünftel des Stroms in Deutschland lieferten, dürfe auf keinen Fall noch gestärkt werden.
Video: So funktioniert der Stromanbieterwechsel
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