Verbraucher und Troge: Mehr Recyclingpapier in Regalen und Ämtern

dpa | 26.03.2007
Bild: Stromleitungen


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Berlin (dpa) - Im Interesse von Klimaschutz und Preisvorteilen haben Umweltbundesamt (UBA) und Verbraucherschützer den Handel aufgefordert, wieder verstärkt Recyclingpapier anzubieten. Auch Betriebe und Behörden von Bund, Ländern und Gemeinden sollten zum Schreiben, Drucken oder für Verpackungen mehr als bisher darauf zurückgreifen. "Hier ist mehr Konsequenz gefragt", sagte UBA- Präsident Andreas Troge am Montag in Berlin. Auch die Chefin des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), Edda Müller, sowie Vertreter von Post und Initiative Pro Recyclingpapier unterstützten dabei das Recycling-Label "Blauer Engel" als beste Wahl.

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Nach Angaben des Sprechers dieser von namhaften Unternehmen getragenen Initiative, Franz Winterer, ist Büropapier aus 100 Prozent Altpapier - zum Beispiel für Briefe und Drucker - etwa 10 Prozent preiswerter als Frischfaserpapier. Vom deutschen Jahresverbrauch von 800 000 Tonnen Schreibpapier entfielen nur 15 Prozent auf Recycling- Material, das bis zu sieben Mal in den Kreislauf zurückgeschleust werden kann. Würde nur die Hälfte der 800 000 Tonnen ersetzt, ließen sich rund 70 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen einsparen. Bei der Herstellung von 1000 Kilogramm Recyclingpapier würden im Vergleich zur Neuproduktion so viel Kohlendioxid vermieden wie bei einer 1000- Kilometer-Autofahrt (Berlin - Paris) mit Durchschnitts-Verbrauch.

Der Verbraucherverband forderte den Handel zu flächendeckenden Recycling-Angeboten bei Schreib- und Hygieneartikeln und zu mehr Transparenz auf. "Briefpapier oder Kuverts, Toilettenpapier oder Taschentücher aus Recyclingpapier sind heute längst nicht mehr in allen Drogerien und Supermärkten erhältlich", sagte Müller. "Aldi, Lidl, Rossmann und Co. müssen sich fragen lassen, welchen Beitrag sie zu Klima- und Umweltschutz leisten."

Die Initiative, der unter anderem Post, Telekom, Karstadt, Siemens und Lufthansa angehören, kritisierte eine Flut neuer Labels beim Papier, die den Verbraucher verwirrten und nicht die strengen Maßstäbe des vor 27 Jahren eingeführten "Blauen Engel" wie den Abbau von Chemikalien einhielten. Die Post AG will nach den Worten ihres Umweltexperten Winfried Häser ihren Anteil an Recycling-Papier weiter deutlich erhöhen. Auf diesem Material präsentierte sie kürzlich - statt im üblichen Hochglanzformat - erstmals ihren Geschäftsbericht.



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