Verband: Hoher Nachholbedarf für Autos mit Flüssiggasantrieb
dpa | 26.10.2005
Düsseldorf (dpa) - Die hohen Spritpreise in Deutschland machen für Autofahrer die Umrüstung ihrer Fahrzeuge auf Flüssiggasantrieb interessanter. "Wir erleben derzeit einen regelrechten Nachfrageschub", sagte der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Verbandes Flüssiggas (DVFG), Hanns Richard Hareiner, am Dienstag in Düsseldorf. Die Umrüstung eines Benziners auf Flüssiggas sei im Vergleich zu Erdgas wesentlich einfacher und kostengünstiger. Zugleich forderte der Verband eine steuerliche Gleichbehandlung mit der Erdgasbranche, die sich für ihre Fahrzeuge eine Steuerermässigung bis 2020 gesichert habe.
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Nach weiteren Angaben von Hareiner kostet die Umrüstung von gebrauchten Fahrzeugen auf Flüssiggasantrieb im Durchschnitt 2400 Euro. Diese Kosten hätten sich bei jährlich 15 000 gefahrenen Kilometern nach gut zwei Jahren amortisiert. Auf 1 Liter Benzin umgerechnet, kostet das Autogas derzeit 0,57 Euro. Das sind rund die Hälfte des derzeitigen Spritpreises. Dieser Vorteil werde durch einen etwas höheren Verbrauch allerdings leicht kompensiert. Besonders lohnend sei die Umrüstung für Vielfahrer wie Taxibetriebe oder für Firmen-Fahrzeugflotten. Allerdings müssten sich die Interessenten auf Wartezeiten zwischen 3 und 4 Monate einstellen.
Derzeit sind in Deutschland erst 40 000 Fahrzeuge mit Flüssiggas unterwegs. Tendenz: weiter steigend. Die Anzahl der Erdgasautos bezifferte Hareiner auf rund 30 000 Fahrzeuge. Im europäischen Vergleich liegen die deutschen Autogas-Fahrer auf einem hinteren Rang. Allein Italien kommt laut DFVG auf 1,3 Millionen, Polen auf rund 1 Million und die Niederlanden auf 0,4 Millionen Fahrzeuge.
Beim Tankstellennetz hat die Flüssiggasbranche das Erdgas inzwischen abgehängt. Derzeit gebe es in Deutschland über 900 Gastankstellen (Erdgas: 600), zum Jahresende sollen es bereits mehr als 1000 sein. Hareiner: "Wir werden dafür sorgen, dass es für die Autofahrer eine vernünftige Versorgung mit Autogas gibt".
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