Verband erwartet höhere Strompreise für Industrie und Verbraucher
dpa, Verivox
(cz/dpa) Industrie und Verbraucher werden für Strom in diesem Jahr mehr bezahlen müssen. Unter anderem Brennstoffkosten und Steuern trieben die 2000 deutlich gesunkenen Preise wieder in die Höhe, sagte der Präsident des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Günter Marquis, am Montag auf der weltgrößten Industriemesse in Hannover. Zahlen wollte er aber nicht nennen.
Seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes vor drei Jahren habe es einen starken Preisverfall gegeben. Die Preise für die Industrie hätten im vergangenen Jahr rund 35 Prozent niedriger als 1998 gelegen. Seitdem seien die Preise aber bis Anfang 2001 wieder um 15 Prozent gestiegen, sagte Marquis. Die Stromsteuer belaste die Industrie in diesem Jahr mit rund 1,3 Milliarden Mark. Kosten aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz und dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Höhe von zwei Milliarden Mark kämen hinzu. Marquis forderte, "politische Sonderbelastungen nur noch im europäischen Gleichschritt" zu erheben.
Grundsätzlich sei die Öffnung des deutschen Strommarktes eine Erfolgsgeschichte, betonte Marquis. Problematisch bleibe aber weiterhin das "Europa der zwei Geschwindigkeiten". Neben Deutschland hätten bisher nur Schweden, Großbritannien und Finnland ihre Strommärkte geöffnet. Der größte Teil des EU-Marktes bleibe den deutschen Stromversorgern somit verschlossen. Ausländische Anbieter drängten dagegen voll ins deutsche Stromgeschäft. Beim Stromhandel deckten sie schon über 50 Prozent ab.
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