Verband: 2004 weniger neue Windkraftanlagen als im Vorjahr
dpa | 16.07.2004
Osnabrück (dpa/lni) - In Deutschland werden 2004 nach Einschätzung des Bundesverbandes Windenergie (BWE) weniger neue Windkraftanlagen installiert als im Vorjahr. Für das gesamte Jahr werde ein Zubau von Anlagen mit einer Gesamtleistung von 2200 bis 2500 Megawatt erwartet - nach einem Zuwachs um 2644 Megawatt Gesamtleistung im Jahr 2003, teilte der BWE am Donnerstag in Osnabrück mit. "Im letzten und vorletzten Jahr hatten wir eine Sondersituation. In dem Masse kann man auf Dauer nicht zubauen", erklärte BWE-Sprecher Ralf Bischof. Windstrom könne derzeit 6,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs decken. 2003 habe der Anteil bei 6,0 Prozent gelegen.
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Nach der Zustimmung des Bundesrats zur Neufassung des Erneuerbare- Energien-Gesetzes werde im zweiten Halbjahr 2004 mit einem Aufholprozess gerechnet, teilte der BWE weiter mit. "Die Projekte sind grossenteils aufgeschoben", sagte Bischof. "Es gibt teils Zurückhaltung bei den Banken und Investoren. Das Geld sitzt nicht mehr so locker." Andreas Eichler, Sprecher der Windkraftanlagenhersteller im BWE, kritisierte die "viel zu lange Diskussion um die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes".
Im ersten Halbjahr 2004 seien bundesweit 436 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 731,4 Megawatt installiert worden. Im Vorjahreszeitraum waren es 536 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 835,4 Megawatt. Regional führte bei den neuen Anlagen in den ersten sechs Monaten erneut Niedersachsen mit 220 Megawatt Gesamtleistung vor Brandenburg (101,3 Megawatt), Schleswig-Holstein (87,7) und Nordrhein-Westfalen (85,5).
Insgesamt gibt es in Deutschland rund 15 800 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 15 329 Megawatt, die in einem durchschnittlichen Windjahr 30,9 Milliarden Kilowatt Strom erzeugen können.
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