Vattenfall will Energieerzeugung in Europa verdoppeln
Berlin - Das Energieunternehmen Vattenfall will seine Energieerzeugung in Europa in den kommenden Jahren verdoppeln. Bei dem geplanten Ausbau bei Strom- und Wärme werde sich das Unternehmen auf organisches Wachstum konzentrieren, sagte Tuomo Hatakka, Vorstandsvorsitzender von Vattenfall Europe, am Mittwoch bei einer Energietagung des "Handelsblatts" in Berlin. Die Priorität liege vor allem auf Kraftwerksprojekten wie Moorburg (Hamburg) und Boxberg (Sachsen) sowie auf Investitionen in Erneuerbare Energien, allen voran in Windparkprojekte auf hoher See. Der Ausbau von Stadtwerksbeteiligungen stehe derzeit weniger im Fokus.
Hatakka bekräftigte das Ziel des Unternehmens, die CO2-Emission bis 2030 um 50 Prozent zu reduzieren, bis 2050 wolle Vattenfall CO2-neutral sein. Die Politik sei gefragt, den Rahmen für mehr Klimafreundlichkeit zu bilden. Pilotanlagen für die CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) bei Kraftwerken liefen bei Vattenfall, der Bau einer größeren Demoanlage stehe bevor. "Ich bin optimistisch, dass die gesetzlichen Bedingungen für CCS-Anlagen noch in dieser Legislaturperiode geschaffen werden können", sagte Hatakka. Er mahnte jedoch, wenn es in Deutschland zu lange dauere, würden Demoanlagen in anderen Ländern gebaut. So stünden Dänemark und Polen bereit.
Optimistisch zeigte sich der Vattenfall-Europe-Chef in Bezug auf den geplanten Ausstieg aus dem deutschen Stromnetz. "Unser Ziel gilt unverändert: Wir wollen mit dem Verkauf fertig sein bis Mitte des Jahres", sagte Hatakka. "Ich kann noch nicht genau sagen, wie die Finanzkrise uns beeinflusst, aber noch bin ich zuversichtlich und optimistisch, dass wir den Prozess bis dahin zu Ende bringen können."
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