Vattenfall-Vorstand Cramer regt "Masterplan Energie" für Hamburg an
dpa
Hamburg (dpa) - Im Streit um die Genehmigung für das Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg hat das Unternehmen Vattenfall seine harte Haltung bekräftigt, zugleich aber Gespräche über eine alternative Energieversorgung angeboten. Vattenfall-Vorstand Hans-Jürgen Cramer sagte am Mittwoch bei einer Besichtigung der Baustelle im Süden der Hansestadt, er rege einen "Masterplan Energie" an und suche das Gespräch mit Umweltverbänden und Politik, um Lösungen für die Zukunft zu finden. Das von der künftigen Regierungspartei GAL (Grüne) bekämpfte Kohlekraftwerk ist nach Überzeugung des Energiekonzerns aber für die Grundlast- und Fernwärmeversorgung unbedingt notwendig.
In ihrem Koalitionsvertrag haben CDU und GAL vereinbart, dass die künftig von der Grünen-Politikerin Anja Hajduk geleitete Umweltbehörde das Genehmigungsverfahren für Moorburg rechtlich weiterführt. Vattenfall will auf einem alten Kraftwerksgelände an der Süderelbe ein Steinkohlekraftwerk betreiben. Weil die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn Ende vergangenen Jahres erteilt wurde, werden zurzeit bereits Fundamente und Kaianlagen gebaut. Nach Cramers Angaben hat Vattenfall bisher rund 200 Millionen Euro ausgegeben und Aufträge für 1,3 Milliarden Euro erteilt. Das Unternehmen droht bei Nichtgenehmigung mit einer Schadenersatzklage. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust (CDU) sagte dem NDR-"Hamburg-Journal", er halte die Ankündigung für eine Drohgebärde, die ihn "überhaupt nicht schreckt".
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